Was bleibt von 2008/2009?
Wer hat die erfolgreichste Oper aller Zeiten geschrieben? Klar, Mozart mit der «Zauberflöte». War ja schon immer so. Auch in der aktuellen Statistik des Deutschen Bühnenvereins rangieren Pamina, Tamino & Co. wieder vorn. 40 Inszenierungen, 453 Aufführungen, 289 964 Besucher – von solchen Quoten können Mimì und Rodolfo, die Zweitplatzierten, nur träumen. Hat es zur Abwechslung mal ein Stück in die Top Twenty geschafft, das nach der Zwölfton-Revolution geschrieben wurde? Nein. Wieder nicht.
Sind die Opernmacher also einfallslos und risikoscheu? Ist das Repertoire dramatisch geschrumpft?
Quotenstatistik bildet nur eine Seite der Medaille ab: Sie zeigt, was läuft. Und das sind nun mal Stücke, die man kennt. Weil sie schön sind. Weil sie gut sind. Weil sie einen Nerv treffen. Weil sie mit unserem Leben zu tun haben. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die andere Seite der Medaille: Nie gab es ein breiteres Angebot an Stücken, Stilen, Stoffen und – ja doch – vitalen Deutungen als heute. Die Rede vom Opernmuseum, von der Wiederkehr des Immergleichen hat mit der Realität wenig zu tun. Kein Stadttheater, das nicht auf Schatzsuche ginge. Keine Landesbühne, die sich nicht auf neue Töne ...
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Als Albrecht Puhlmann im Herbst 2003 zum Intendanten der Staatsoper Stuttgart berufen wurde, herrschte allseits Zufriedenheit. Man glaubte, in dem Dramaturgen und Opernchef (Basel, dann Hannover) einen idealen Nachfolger für Klaus Zehelein, den erfolgreichen Vordenker eines konzeptionellen Musiktheaters, gefunden zu haben. Das vorzeitige, bittere Ende für Puhlmann...
Herr Delnon, bei Ihrem Amtsantritt vor drei Jahren hatten Sie die Vorgabe, drei Millionen Schweizer Franken aus dem Etat des Theaters einzusparen. Wie war das möglich?
Delnon: Eigentlich gar nicht. Ich habe immer wieder versucht, das dem Aufsichtsrat begreiflich zu machen. Wir haben uns dann darauf geeinigt, die Sparsumme zu reduzieren und von den Reserven des...
Auf der Spielzeitbroschüre 2009/10 des Theaters Magdeburg heißt es in großen Lettern: «Wir sind Thema». Wenn man durch Halle, Magdeburg und Dessau geht, drängt sich allerdings keineswegs der
Eindruck auf, dass Musiktheater Stadtgespräch ist. Muss man es nicht erst zu einem Thema machen?
Karen Stone: Das ist sicher wahr, aber in letzter Zeit ist das Publikum in...
