Was bleibt von 2008/2009?

Die Bilanz der Spielzeit im Urteil von fünfzig Kritikern

Wer hat die erfolgreichste Oper aller Zeiten geschrieben? Klar, Mozart mit der «Zauberflöte». War ja schon immer so. Auch in der aktuellen Statistik des Deutschen Bühnenvereins rangieren Pamina, Tamino & Co. wieder vorn. 40 Inszenierungen, 453 Aufführungen, 289 964 Besucher – von solchen Quoten können Mimì und Rodolfo, die Zweitplatzierten, nur träumen. Hat es zur Abwechslung mal ein Stück in die Top Twenty geschafft, das nach der Zwölfton-Revolution geschrieben wurde? Nein. Wieder nicht.

Sind die Opernmacher also einfallslos und risikoscheu? Ist das Repertoire dramatisch geschrumpft?
Quotenstatistik bildet nur eine Seite der Medaille ab: Sie zeigt, was läuft. Und das sind nun mal Stücke, die man kennt. Weil sie schön sind. Weil sie gut sind. Weil sie einen Nerv treffen. Weil sie mit unserem Leben zu tun haben. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die andere Seite der Medaille: Nie gab es ein breiteres Angebot an Stücken, Stilen, Stoffen und – ja doch – vitalen Deutungen als heute. Die Rede vom Opernmuseum, von der Wiederkehr des Immergleichen hat mit der Realität wenig zu tun. Kein Stadttheater, das nicht auf Schatzsuche ginge. Keine Landesbühne, die sich nicht auf neue Töne ...

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Opernwelt Jahrbuch 2009
Rubrik: Bilanz, Seite 104
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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