Wahrheit des Ausdrucks
Mit einer einzigen Geste ist Caroline Unger, die 1824 bei der Uraufführung von Beethovens Neunter die Alt-Partie sang, in die Musikgeschichte eingegangen. Sie soll den ertaubten Komponisten zum Publikum umgedreht haben, damit er den Beifall, wenn schon nicht hören, so doch wenigstens sehen konnte. Bereits 1821 hatte Unger in Wien in Rossinis «La gazza ladra» debütiert und feierte als junge Sängerin hauptsächlich in italienischen Opern Triumphe.
Darum war es kein Zufall, dass der Impresario Domenico Barbaja sie 1825 nach Italien verpflichtete, wo aus der Deutschen «La nostra» wurde, die in einem Siegeszug ohnegleichen die Bühnen Italiens eroberte. Erst 1839 kehrte sie als Gast nach Wien zurück und verabschiedete sich 1841, nach der Heirat mit dem 15 Jahre jüngeren französischen Schriftsteller François Sabatier, in Dresden vom Theater. Aus der talentierten, von Mozarts Jugendliebe Aloysia Lange ausgebildeten Mezzosopranistin war eine dramatische Sopranistin geworden – eine gefeierte Primadonna, die mit Diven wie Maria Malibran und Giuditta Pasta konkurrieren konnte. 1838 galt sie – so die Wiener Presse – «unbestritten als die erste lebende Sängerin Italiens».
Eva Nesselrath, selbst ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 31
von Uwe Schweikert
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