Atemberaubend
Donizetti als Liedmeister? Einige seiner Romanzen erfreuen sich seit Langem einer gewissen Beliebtheit, vor allem als Zugaben in Solokonzerten. Aber wer hätte gedacht, dass sich von dem genau zehn Monate vor Schubert geborenen Komponisten um die 180 Lieder für Singstimme und Klavier erhalten haben – Duette und Terzette nicht mitgezählt. So kann man Opera Rara zu dem Plan einer Gesamtausgabe nur gratulieren – eine weitere editorische Großtat der Londoner Stiftung! Gerade sind die ersten beiden von acht geplanten Alben erschienen.
Nicht wenige der aufgenommenen Lieder wurden erst kürzlich wiederentdeckt. Die Vielfalt der Kompositionen zwischen Frühwerken, die fast noch den Geist des Rokoko atmen, und elegischen Einzelstücken aus den letzten Schaffensjahren nach 1840 ist nachgerade atemraubend.
Diese Qualitäten kommen bei der bunten Auswahl, die auf den zwei Platten vorgestellt wird, leider nur teilweise zum Tragen. Jedenfalls ist allen Neugierigen dringend zu empfehlen, sich zunächst der zweiten CD zuzuwenden. In der Gegenüberstellung des Tenors Lawrence Brownlee mit dem Bariton Nicola Alaimo erweist sich wieder einmal, dass nicht-muttersprachliche Sänger die rhetorischen Finessen ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 26
von Anselm Gerhard
Schweres Blei, Quecksilber, zerstoßenes Kirchenfenster-Glas, ein Luchs- und ein Wiedehopf-Auge: Es gibt gewiss schmackhaftere Eintöpfe. Max trinkt das Gebräu aus einem Messkelch – und erbricht sich sodann. Sechsmal macht es pling in einer Metallschale, es sind die Freikugeln, die er hervorwürgt. Den siebten Schluck für die letzte Kugel genehmigt sich Kaspar, er...
Regisseur Ralf Westhoff gab seinen Paaren seinerzeit fünf Minuten. Zum Befragen und Beschnuppern zwecks möglichem Funkenflug. Schließlich das Signal – und der Mann sitzt vor einer neuen Frau. «Shoppen», hieß der Film, und nicht viel anders funktioniert das, was Jonas Kaufmann nun auf Silberscheibe brennen ließ. Ein Speed-Dating in Sachen Puccini. «Love Affairs» ist...
Das glamourös-glitzernde Glück währt genau 18 Minuten. Und das seit 1963, einmal pro Jahr, an Silvester, auf etlichen Kanälen der real noch existierenden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, stets und wie gewohnt zur besten Sendezeit. «Dinner for one» ist vielleicht der witzigste Sketch aller Zeiten (ersonnen hat ihn natürlich kein Deutscher, sondern ein Brite,...
