Atemberaubend

Donizettis Liedwerk wird in Gänze aufgenommen – eine Großtat. Der Auftakt gerät allerdings etwas holprig

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Donizetti als Liedmeister? Einige seiner Romanzen erfreuen sich seit Langem einer gewissen Beliebtheit, vor allem als Zugaben in Solokonzerten. Aber wer hätte gedacht, dass sich von dem genau zehn Monate vor Schubert geborenen Komponisten um die 180 Lieder für Singstimme und Klavier erhalten haben – Duette und Terzette nicht mitgezählt. So kann man Opera Rara zu dem Plan einer Gesamtausgabe nur gratulieren – eine weitere editorische Großtat der Londoner Stiftung! Gerade sind die ersten beiden von acht geplanten Alben erschienen.

Nicht wenige der aufgenommenen Lieder wurden erst kürzlich wiederentdeckt. Die Vielfalt der Kompositionen zwischen Frühwerken, die fast noch den Geist des Rokoko atmen, und elegischen Einzelstücken aus den letzten Schaffensjahren nach 1840 ist nachgerade atemraubend.

Diese Qualitäten kommen bei der bunten Auswahl, die auf den zwei Platten vorgestellt wird, leider nur teilweise zum Tragen. Jedenfalls ist allen Neugierigen dringend zu empfehlen, sich zunächst der zweiten CD zuzuwenden. In der Gegenüberstellung des Tenors Lawrence Brownlee mit dem Bariton Nicola Alaimo erweist sich wieder einmal, dass nicht-muttersprachliche Sänger die rhetorischen Finessen ...

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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 26
von Anselm Gerhard

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