Wärme und Wahrheit
Hinströmendes Leben voller Wärme und Wahrheit» – mit diesen Worten hat Gustav Rudolf Sellner, der langjährige Intendant der Deutschen Oper Berlin, die künstlerische Ausstrahlung der spanischen Sopranistin Pilar Lorengar charakterisiert, die dort 1958 in Orffs «Carmina burana» debütierte und bis zu ihrem Abschied von der Bühne als Tosca 1991 Mitglied dieses Hauses blieb.
Älteren Opernbesuchern ist sie unvergessen, jüngere Hörer haben jetzt die Gelegenheit, sie in einem weiten Repertoirespektrum kennenzulernen, das neben Opernpartien vor allem Musik aus ihrer spanischen Heimat umfasst. Entstanden sind diese Funkaufnahmen, und das macht ihren besonderen Reiz aus, zu Beginn von Lorengars Berliner Zeit in den Jahren 1959 bis 1962 – also vor den allzu wenigen Einspielungen der Phonoindustrie, die diese Sängerin wie so viele andere vernachlässigt hat. Ludger Böckenhoff hat die Tondokumente, wie man das von ihm gewohnt ist, sorgfältig restauriert und auf seinem Audite-Label veröffentlicht.
Was an allen Aufnahmen besticht, ist die Perfektion, mit der Technik und Emotion in Lorengars Gesang gestalterisch zusammenspielen. Makellose Intonation, flüssiges Legato sowie eine bis in die Höhe ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 44
von Uwe Schweikert
Jubilare
Sie studierte an der Budapester Musikakademie Liszt Ferenc bei József Réti Gesang und begann ihre Bühnenkarriere Anfang der 1970er-Jahre in Bern und an der Deutschen Oper am Rhein mit Partien wie Gilda, Sophie, Norina, Königin der Nacht und Zerlina. Als Blonde in Giorgio Strehlers Inszenierung von Mozarts «Entführung aus dem Serail» trat Krisztina Laki bei...
Herr Nigl, Sie gehören zu den wenigen bekannten Sängern, die fast nur in Neuproduktionen auftreten. Warum?
Richtig, ich singe fast gar keine Repertoirevorstellungen. Das hat sich so entwickelt, weil mir die Zusammenarbeit mit einem Regisseur und einem Dirigenten einfach zu wichtig ist. Erfolge hatte ich vor allem mit Festival-Produktionen. Erst durch die Opern von...
Dem bequem Üblichen und Überkommenen, dem Gewohnheitsgeplapper hat Nikolaus Harnoncourt sich stets entzogen. Auch und vor allem in der Musik. Nicht, dass man mit seiner Interpretation von Mozarts «Zauberflöte» 2012 bei den Salzburger Festspielen immer d’accord war. Manches schien doch ein wenig nach gewolltem «Anders-als-die-anderen» zu riechen, und man konnte die...
