Vorlesezeit

In Wagners Schweizer Exil entstand nicht nur «Tristan und Isolde», es blühte auch die Liaison mit Mathilde Wesendonck. Jens Neubert hat aus dem Stoff zwei Hörbuch-Editionen gestrickt

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Und meine liebe Muse bleibt mir noch fern? Schweigend harrte ich ihres Besuches; durch Bitten wollte ich sie nicht beunruhigen. Denn die Muse, wie die Liebe, beglückt nur freiwillig. Wehe dem Toren, wehe dem Lieblosen, der, was sich freiwillig ihm nicht ergibt, mit Gewalt erzwingen will!»

So schreibt Richard Wagner im Mai 1857 an Mathilde Wesendonck, fünf Jahre nachdem der Komponist in das Leben der aus Wuppertal stammenden Kaufmannsgattin trat. In Zürich waren sie sich im Januar 1852 erstmals begegnet, Wagner dirigierte Beethoven.

Diese Episode hat der Autor, Opern- und Filmregisseur Jens Neubert an den Beginn eines fast dreistündigen Hörspiels gestellt: «‹It must be so!› – Die wahre Geschichte über Richard Wagner und Mathilde Wesendonck in Zürich». Das Ganze ist aufwändig als  Wort-Musik-Collage produziert, mit mehr als 30 Schauspielern. André Eisermann gibt Richard Wagner. Der ruft, nachdem er das Faulhorn bestiegen hat, emphatisch und dezent sächselnd aus: «Ich bin Richard Wagner – der größte Musiker aller Zeiten. Ich bin der Komponist des ‹Lohengrin› …»

Das ist effektgeladen und sicher wagneradäquat. Übertrieben? Vielleicht. Der Hörer jedenfalls kann gut folgen, ahnt die ...

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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Christoph Vratz

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56. Jahrgang, Nr 5
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