Von allem zu viel

Mazzoli: The Listeners OSLO | OPERNHAUS

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Irgendwo in der amerikanischen Spießbürgerhölle: Claire, Lehrerin, Ehefrau, Mutter und mitten in der Midlife-Crisis, hört immer öfter ein quälendes, tiefes Summen: «The Hum», ein reales Phänomen, Anlass für zahllose (Verschwörungs-)Theorien – nun Ausgangspunkt für die Uraufführung von «The Listeners», die das Osloer Opernhaus zusammen mit den Kompanien in Chicago und Philadelphia in Auftrag gegeben hat.

Die weitere Geschichte ist schnell erzählt: Im Internet-Zeitalter finden die «Hum»-Leidenden schnell zusammen, die Community stellt sich als Sekte heraus («The Listeners»), und das Geschehen ufert in alle Richtungen aus. Die New Yorker Komponistin Missy Mazzoli und ihr Librettist Royce Vavrek wollten ein vieldeutiges Gewebe schaffen – das Ergebnis erinnert dann aber doch eher an die Werbung einer amerikanischen Eismarke, deren Geheimrezept darin besteht, «von allem zu viel» zu bieten. Eigentlich wäre allein Claires Leiden mit allen psychischen wie gesellschaftlichen Konsequenzen ein interessantes Thema. Obendrauf gepackt wird nun aber die Gruppenpsychologie der Sekte, Machtmissbrauch auf mehreren Ebenen, die klassische Heldinnen-Geschichte (hier politisch korrekt in der Version ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Stephan Knies

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