Gegen den Strom

Seit zwei Jahren gibt es das Label «bastille musique». Gegründet hat es der Musikmanager Sebastian Solte, quasi im Alleingang. Ein Himmelfahrtskommando?

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Herr Solte, wir hören immer, mit Klassik-CDs könne man heute kaum noch Geld verdienen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein eigenes Label zu gründen?
Ich bin da ja nicht der Einzige, in den letzten Jahren sind einige spannende Labels entstanden. Man macht das bestimmt nicht, um schnell reich zu werden, sondern aus Begeisterung für Musik, die man gut findet. Muss das sein? Es muss sein.

Finanzierung, Produktion, Vertrieb, Verwaltung – stemmen Sie das allein?
Nicht ganz.

Die minimalistische Gestaltung der Booklets und Verpackung zum Beispiel hat ein Grafiker entworfen, den ich seit Langem kenne. Er hat sieben Jahre in Japan gelebt und steht für eine Ästhetik des Wesentlichen.

Silberscheiben in Schachteln aus grauem Karton, alle Cover gleich und ohne Künstlerfotos – winkt der ohnehin überfüllte Markt da nicht gleich ab?
Ich wollte diese radikale Reduktion. Die Aufmerksamkeit soll auf das Eigentliche, die Musik gelenkt werden. Und: Alle Werke sollen gleichwertig behandelt werden, egal ob sie vor zwei Jahrhunderten oder vor zwei Jahren komponiert wurden.

Schon mit der ersten Veröffentlichung, einer zeitgenössischen Kammeroper – «Kopernikus» von Claude Vivier –, sind Sie ...

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Opernwelt April 2018
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Albrecht Thiemann

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