Demontage eines Idols

In Madrid holt Juan José Colomer mit «El pintor» Picasso vom Sockel; zuvor lief noch einmal Jake Heggies Filmadaption «Dead Man Walking»

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Zur Dialektik der Oper gehört das Widerspiel von Historizität und Aktualität: Als Gattung ist sie über 400 Jahre alt, und dennoch sind Ästhetik, Technik und Rezeption durch die jeweilige Moderne bestimmt. Das gilt, durchaus konkret, auch für die großen Musentempel des internationalen Hochkulturbetriebs, innerhalb dessen sie gewiss auch mancherlei Repräsentationsbedürfnisse zu erfüllen haben. Dafür steht nicht zuletzt die Architektur mit ihrer Einschüchterung durch Tradition und Monumentalität.

Gerade einige der hehrsten Hallen, so die Wiener Staatsoper oder das Moskauer Bolschoi-Theater (mit enormem Aufwand und Pomp erneuert und eröffnet), haben sich vor der Gegenwart immer weiter zurückgezogen, fungieren mit maximaler Platzausnutzung eher als Magnet fürs Touristengeld. Künstlerische Innovation ist da weniger gefragt.

Dann wieder gibt es Institutionen, die lange zumindest wenig Reise-Anreiz boten: Das Pariser Palais Garnier wie La Monnaie in Brüssel wurden erst durch Rolf Liebermann und Gerard Mortier aus einer Art Dornröschenschlaf erweckt. Während Metropolen wie Amsterdam oder Madrid nicht unbedingt Opernzentren waren, es aber mit dem Neubau des Muziektheaters, der Wiedergeburt ...

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Opernwelt April 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Gerhard R. Koch

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