Volltreffer

Straus: Der tapfere Soldat
München | Staatstheater am Gärtnerplatz

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Als Peter Konwitschny vor knapp 20 Jahren in Dresden «Die Csárdásfürstin» inszenierte, war das ein großer Skandal. Bomben und Handgranaten störten mit lautem Knall eine allzu gefällige Rezeption der mitten im Ersten Weltkrieg uraufgeführten Operette. Sie explodieren auch nun wieder über den Abend verteilt in Oscar Straus’ «Der tapfere Soldat» von 1908, mit dem Konwitschny sein spätes Debüt am Münchner Gärtnerplatztheater gibt. Dennoch bekam der Regisseur in dem eher konventionell geprägten Haus bei der Premiere nur wenige Pflichtbuhrufe ab.

Ist der Altmeister etwa altersmilde geworden?

Nein, er weiß nur so genau wie eh und je, wie sich ein Stück aktualisieren lässt und wie nicht.  «Der tapfere Soldat» ist eine Militärsatire nach George Bernard Shaws «Helden», die im Uraufführungsjahr ins Schwarze eines am baldigen Kriegsausbruch mitschuldigen Männlichkeitsbildes traf. Dem überlebten aristokratischen Heldenposen nacheifernden Major Alexius Spiridoff stellt sie den bürgerlichen Schweizer Kaufmann Bumerli als positive Identifikationsfigur gegenüber. Im Jahr 2018 dagegen ist mindestens Deutschland so gründlich entheroisiert, dass sich altgediente Pazifisten inzwischen öffentlich ...

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Opernwelt August 2018
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Stallknecht

Vergriffen
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