Vollkommenes Glück
Während ringsum in Europa der Klassizismus Wurzeln schlug, schuf Jean-Philippe Rameau mit «Les Boréades» eine letzte Apotheose der von Lully begründeten französischen Barockoper. Das Werk des 80-Jährigen wurde 1763 zwar noch geprobt, vermutlich aus Zensurgründen aber nicht aufgeführt und nach Rameaus Tod 1764 vergessen. Mehr als 200 Jahre später entriss John Eliot Gardiner es dem Archivstaub – zunächst konzertant (1975), dann szenisch beim Festival d’Aix-en-Provence (1982) und anschließend im Studio.
Die Edition bei einem Pariser Winkelverlag, der die Verbreitung eher behinderte als förderte, stand weiteren Aufführungen lange im Weg – in Deutschland war die Oper bisher nur zweimal (konzertant 1996 in Stuttgart, szenisch 2022 in Oldenburg) zu erleben. In diesem Jahr ist die fünfte und letzte von Rameaus Tragédies en musique endlich bei Bärenreiter als Partitur innerhalb der Gesamtausgabe erschienen. Ihrem Aufführungsmaterial folgt auch die Neueinspielung, die György Vashegyi mit seinen Budapester Ensembles, dem Purcell Choir und dem Orfeo Orchestra, sowie einer französischen Solistenschar vorlegt. Um es vorwegzunehmen: Was wir hören, ist eine Großtat, die sowohl Gardiners ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 24
von Uwe Schweikert
Dieser Konzert-Mitschnitt von 1979 bereichert über den rein künstlerischen Wert hinaus das ohnehin stark schillernde Bild des Komponisten Franz Schmidt um unbekannte Züge. «Fredigundis» ist sein modernstes Werk; der Dreiakter dürfte all jene Enthusiasten erstaunen, die Schmidt vor allem für das Vorspiel zu «Notre Dame», die vierte Symphonie C-Dur und das «Buch mit...
Natürlich kann man sagen, dass Macbeth dergleichen mit einer anderen Frau an seiner Seite nicht passiert wäre. Vor allem hätte er einfach nur abwarten müssen. Es läuft ja ohnehin schon alles in seine Richtung, sein vermeintlich unaufhaltsamer Aufstieg hat längst begonnen. Macbeth jedoch ist zu ungeduldig. Immerhin hat er nachher den Anstand, das nicht seiner...
JUBILARE
Beat Furrer wuchs in Schaffhausen auf und erlernte zunächst an der Musikschule Klavier. Im Jahr 1975 ging er mit Anfang 20 nach Wien, um dort Komposition bei Roman Haubenstock-Ramati und Dirigieren bei Otmar Suitner zu studieren. 1985 gründete er das Klangforum Wien, das er bis 1992 leitete und dem er seitdem als Dirigent verbunden ist. Im Auftrag der...
