Prinzip Hoffnung

Humperdinck: Königskinder am Theater Münster

Opernwelt - Logo

Wohl kein Komponist der neueren Musikgeschichte wird so ausschließlich mit einem einzigen Werk identifiziert wie Engelbert Humperdinck mit seiner Märchenoper «Hänsel und Gretel». Selbst die 1910 an der New Yorker Met uraufgeführten «Königskinder», damals ein weltweiter Sensationserfolg, führen heute ein Schattendasein. Das Stück leidet unter dem pseudopoetischen Märchenverschnitt seines Librettos, das Romantik, Gesellschaftsgroteske und Symbolismus unter einen Hut zwingt, mehr noch allerdings unter dem musikalischen Leerlauf der eklektischen Wagner-Nachfolge.

Hellastadt sucht einen neuen König. Die Hexe vom Hellawald prophezeit, es werde derjenige sein, der am nächsten Tag als Erster durchs Stadttor tritt. Doch der junge Königssohn hat unerkannt bereits als Schweinehirt Unterschlupf gefunden. Als zur Mittagsglocke die Gänsemagd mit der Krone erscheint, werden beide von den Bürgern verhöhnt und gnadenlos aus der Stadt gejagt. Am Ende verhungern und erfrieren sie in der winterlich kalten, mutwillig von den Städtern zerstörten Natur. Dieter Richter hat die Stationen der Handlung im Theater Münster in drei atmosphärisch dichten, eindrucksvoll gebauten Räumen auf die Bühne gestellt und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Uwe Schweikert

Weitere Beiträge
Tanzen bis um zwei und dann schlafen wie ein Walross

Frau Prohaska, Sie wurden in Neu-Ulm geboren, wuchsen in Wien auf und leben seit ihrem zehnten Lebensjahr in Berlin. Ist die bundesdeutsche Hauptstadt Ihre Heimat?
Das würde ich definitiv so sagen. Wenn ich längere Zeit in Wien bin, ist das für mich auch wieder Heimat, und Salzburg ebenfalls, wo unsere Familie ein kleines Haus hat an einem See – ein altes...

Papiertheater, handgemacht

Neunzig Jahre alt ist der Maler und Regisseur Achim Freyer, doch er hüpft in seinen Sneakers über die Bühne wie ein Rumpelstilzchen. Der weiße Haarschopf wackelt, der Bart zittert. Die einzige Sorge: dass er nicht doch noch über die knöchelhohe Schwelle stolpert, die einmal quer über die Bühne führt. Aber Freyer passt auf, hebt den Fuß demonstrativ und erinnert...

Der mit dem Teufel Tarantella tanzt

Die Dämonen sind da. Oben und unten. Oben, von den Rängen, erschallen aus verborgenen Lautsprechern die (sechs) Stimmen derjenigen, deren einziges Ziel es ist, wilde Spekulationen zu verbreiten, und ihn, den Virtuosen, an den Pranger zu stellen. Unten, aus den Lamellen zur Linken wie zur Rechten sowie von der Hinterbühne, fliegen Tänzerinnen und Tänzer als seine...