Volles erster Wotan
Logischer, behutsamer lässt sich eine Karriere nicht entwickeln. Sozialisiert wurde er als lyrischer (Oratorien-)Bariton, sein Material ließ er dann reifen mit härterer Opernkost, schließlich folgte der Sprung nach Bayreuth (Beckmesser) und mit Strauss’ Barak auch ins Heldenfach: Grenzübertritte waren das nie, was Michael Volle unternommen hat. Und so liefert auch sein erster Wotan keine bloßen Annährungswerte, sondern ein erstaunlich «fertiges» Stimm- und Charakterporträt.
Fernab der großen Zentren hat Volle als Göttervater debütiert, in einer «Walküre» am Teatro de la Maestranza in Sevilla. Das Haus hat für vier Aufführungen die Produktion von La Fura dels Baus aus Valencia importiert. Was bedeutet: Die Vernachlässigung der Personenführung tarnt sich auch dort mit spektakulären Digitalbildern (siehe OW 6/2007). Für Volle, dessen Bewegungslust ja eher kanalisiert werden muss, ist das genau das Falsche. Sein realistisches Spiel passt so gar nicht zum stilisierten Ambiente. Gleichwohl: Diesem Göttervater, eine Art (zu) spätem Twen, glaubt man seine Flausen sofort. Größe zeigt der nicht im Imponiergehabe des zweiten Aufzugs, sondern am Ende, wenn er seine Tochter inniglich in ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Markus Thiel
Tapsig sucht Hermann, ein Bär von einem Mann, sich dem Ballett mit ein paar Tanzschritten anzubiedern. Klar, dass das schiefgeht und der Sonderling von der hasenohrigen Petersburger Gesellschaft mit beißendem Spott übergossen wird. Da dreht er durch: «Ihr seid wohl verrückt geworden, mit eurem ganzen Scheißgeld so eine bescheuerte Musik zu machen: ‹Die standhafte...
Der Siegeszug der Barockoper auf dem modernen Musiktheater kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nur ein schmaler Ausschnitt aus der riesigen Überlieferung ist, der bisher wieder zum Leben erweckt wurde. Eine Statistik für die Jahre 1980 bis 2003 dokumentiert, dass genau die Hälfte der insgesamt 3320 Produktionen auf vier Komponisten entfällt: Händel, den...
ARTE
1.1. – 7.00 Uhr
Silvesterkonzert 2007 aus Caracas.
Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar, Venezuelan Brass Ensemble, Alexis Cárdenas und Ensemble, Gustavo Dudamel.
1.1. – 9.45 Uhr
Opening Gala der Los Angeles Philharmonic.
Musikalische Leitung: Gustavo Dudamel. Solist: Herbie Hancock.
1.1. – 12.10 Uhr/18.25 Uhr
Das Neujahrskonzert 2012.
Live aus dem Teatro...
