Völker, hört die Signale!
Wie hat es der Schriftsteller und Dramatiker Peter Hacks einmal so lakonisch-scharfsinnig formuliert: Kunst ist immer in lausigen Zeiten. Betrachtet man die Gegenwart, stellt sich der Eindruck ein, dass es gerade besonders lausige Zeiten sind, vor allem wenn sich der Blick in den Nahen Osten wendet, wo die «Kommunikation» zwischen den verfeindeten Lagern nur noch aus Hass besteht. Ein Werk wie Verdis «Nabucco» passt da (leider) wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge: Zwei Völker stehen einander in diesem Dramma lirico unversöhnt gegenüber.
Hier die Hebräer, dort die Babylonier. Mit dem kleinen Zusatz, dass Erstere die Gefangenen der Zweiten sind. Und im Lager der Besatzer ein Machtkampf tobt, der von niedersten Motiven dominiert ist.
In Düsseldorf wählt Regisseurin Ilaria Lanzino zur Ouvertüre, die GMD Vitali Alekseenok, wie überhaupt die gesamte Oper, plastisch und prägnant, zügig und federnd dirigiert, ein (anfangs harmloses) Bild, das belegt, wer die Betroffenen sind: die normalen Menschen. Das Video von Andreas Etter und Fabio Stoll zeigt ein Mietshaus. Manche Fenster sind beleuchtet, dahinter wohnt die Normalität – wir sehen Menschen, die ihrer gewöhnlichen ...
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Opernwelt November 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Jürgen Otten
Alexander Zemlinskys «Florentinische Tragödie» ist ein Werk von klaustrophobischer Dramatik: ein einziger Raum, darin drei Personen, die eine klassische Dreiecksgeschichte verhandeln. Zu einem Paar, das die gegenseitige Aufmerksamkeit für einander verlernt hat (oder sie noch nie besaß), gesellt sich ein junger Adeliger, der mit der Dame des Hauses nicht allzu...
Das Aristokratische seines Vorgängers fehlt ihm. Alessandro De Marchi eilte stets beflissen zum Pult, nach langer Editorenarbeit, die er mutmaßlich bei einigen Gläsern Acqua naturale vornahm. Ein Dirigent, der nach dem Tod von Alan Curtis die Nische des sorgsamen, widerhakenarmen Barock-Maestros allein besetzte. Ottavio Dantone, neuer Musikchef bei den Innsbrucker...
arte
03.11. – 17.40 Uhr
Das Requiem von Fauré im Pariser Panthéon
Ein besonderer Ort für ein besonderes Konzerterlebnis: Das Panthéon bildet die beeindruckende Kulisse für Gabriel Faurés Meisterwerk «Le Requiem», aufgeführt vom Orchestre de Chambre de Paris unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Es ist das erste Konzert des Dirigenten in seinem Amt als...
