Vision oder Häppchen?

Das neue Berliner «Radialsystem V» verspricht experimentelle ­Kombinationen von Tanz- und Musiktheater

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Draußen, auf der anderen Seite der Durchgangsstraße, glänzt die Fassade des Ostbahnhofs. Drinnen im Foyer strahlt Neonlicht. Es weht einen kühl an, wenn man das neue «Radialsystem V» an der Spree betritt. Das Publikum erscheint größtenteils im schwarzen Büroanzug – zwar nicht auf den ganz großen Stil, doch spürbar auf den besonderen, auch exklusiven Kulturkonsum bedacht.

Die Plattenbaubewohner von Berlins östlicher Mitte, deren Siedlungen als Einzige in Sichtweite sind, dürften auf das «Dialogische Prinzip», mit dem das Radialsystem «Offenheit statt Abgrenzung» verspricht, nicht anspringen – dafür sind die Karten zu teuer. Doch das Haus mit einem künstlerischen Kuratorium unter Leitung der Choreografin Sasha Waltz versteht sich mehr als Raum fürs partikulare ästhetische Experiment zwischen Musik- und Tanztheater, weniger als Ort hochkultureller Breitenversorgung – und braucht als «Radialsystem V GmbH» mit privater Trägerschaft (und partieller Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes) keine Alibiveranstaltungen, um an den Inhalt des arg belagerten Berliner Kulturtopfes zu gelangen.
Die riesige Halle in dem alten Pumpwerk aus der Bismarckzeit verleugnet ihre ursprüngliche Funktion ...

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Opernwelt Februar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 25
von Matthias Nöther

Vergriffen
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