Via WLAN-Router nach Ruanda
Über Ruanda weiß man – wie über viele afrikanische Länder – zu wenig. Das, was man über Ruanda weiß, beschränkt sich in der Regel auf die Thematik des Genozids an den Tutsi, auf die Kolonialzeit. Die Installation «Rwandan Records» möchte – so verrät der Ankündigungstext – ein junges Ruanda zeigen, möchte den dort lebenden Menschen eine Stimme geben.
Hörbar gemacht werden diese Stimmen im Saal 1 des Berliner Humboldt Forums. Zunächst erwarten einen die während der Pandemie üblich gewordenen Smartphone-Rituale: Impfnachweis, Einchecken via Corona-App.
So weit, so bekannt. Aber «Rwandan Records» setzt bezüglich Digitalität noch einen drauf. Auf die «Records» greift man nämlich mittels Smartphone zu. Das Handy bleibt also ausnahmsweise angeschaltet.
Im schummrigen Licht des Saals erblickt man eine Reihe kleiner, kreisartig angeordneter und durch Molton abgehängter Kabinen. Drinnen ein paar Stühle, in manchen ein Bett, eine Schreibtischlampe. Kleine Wohnparzellen, die sogleich von dem neugierigen Publikum bevölkert werden. Im Zentrum eine Art Insel, bewohnt von Klaus Janek. Mit seinem Kontrabass, einem Kontaktmikrofon und diversen Maschinerien (Tonbandgerät, mehrere Mischpulte, ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Susanne Westenfelder
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