Verzappelt

Wagner: Götterdämmerung BERN | STADTTHEATER

Opernwelt - Logo

Mit dem «Ring» ist es eine vertrackte Sache. Sieht man die vier Teile rasch hintereinander, setzt man sich nicht nur zeitlich einem Marathon aus, auch auf der Bühne wird zuweilen stimmlich und logistisch mit den Anforderungen gekämpft. Also gibt es an vielen Häusern oft große Pausen zwischen den einzelnen Stücken, um dann das Endergebnis als Zyklus zu präsentieren. Da lässt sich etwa manch «Rheingold»-Schnitzer vielleicht noch ausbügeln ...

In Bern ist alles anders. Dort war von Anfang an klar, dass die Tetralogie nicht zyklisch gezeigt wird.

Das ist Fluch und Segen zugleich, denn weder Regieteam noch Publikum muss sich zwangsläufig an einen roten (Erinnerungs-)Faden halten. Die Erinnerung an «Rheingold» und «Walküre» indes ist noch recht frisch, was vor allem an der stupenden Zusammenarbeit von Regisseurin Ewelina Marciniak mit der Choreographin Dominika Knapik und dem Dramaturgen Miron Hakenbeck liegt. Da wurde manches klar, fast überdeutlich erzählt, aber ergänzt durch eigene, oft virtuos getanzte Szenen und Szenerien. Verdopplungen, Spiegelungen der Hauptfiguren gab es, jedoch auch wilde Assoziationen, schräge Bildideen – einer ganz eigenen Logik folgend. Der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Jörn Florian Fuchs

Weitere Beiträge
«Ist das nicht wunderbar?»

Frau Akhmetshina, in drei Stunden singen Sie die Adalgisa. Trotzdem haben Sie sich bereit erklärt, dieses Gespräch zu führen. Sind Sie besonders cool?
Nein, nur ziemlich müde. Ich habe vergangene Nacht zwei Stunden geschlafen und bin gerade erst von Brüssel nach Wien geflogen. Da ich aber ohnehin für den Abend wach werden muss, kommt mir das hier gerade recht. Und...

Editorial Opernwelt 6/25

Der Dichter schwärmt. Ist aber auch eine eher leichte Übung angesichts des besungenen Gegenstandes. «An die Musik» richtet sich das romantisch durchglühte Gedicht des Schubert-Freundes Franz Schober, welches der Genius späterhin in ein schmuckes D-Dur-Gewand steckte: «Du holde Kunst, in wieviel grauen Stunden / wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt, / hast Du...

Szenen einer guten Ehe

Eigentlich passt das Theater Krefeld und Mönchengladbach gar nicht so richtig in die Reihe «Opernwelt auf Landpartie». Weder sind Krefeld und Mönchengladbach kleine Städte, noch liegen sie fernab der Metropolen. Zum Theater Krefeld kann man von der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Allee, dem Hauptsitz der Deutschen Oper am Rhein, sogar mit der Tramlinie U76 fahren, die...