Verwünscht und unverhofft
Au diable! Hoffmanns Verwünschung am Schluss hätte sich sehr wohl auch auf die neue Produktion seiner Opéra fantastique am Opernhaus Zürich beziehen können. Denn auch die Berufung auf die von Michael Kaye und Christophe Keck erstellte Fassung aus dem Jahr 2005 bewahrte sie nicht vor der zweimaligen Intervention des Teufels.
Der ließ zunächst einen Tag vor Probenbeginn den designierten Regisseur Thomas Langhoff ernsthaft erkranken, so dass Grischa Asagaroff für ihn einspringen und das von Bernhard Kleber konzipierte Bühnendekor nebst den von Florence von Gerkan entworfenen Kostümen animieren musste. Dann sorgte er auch noch dafür, dass Elena Mosuc, die das Quartett der vier Frauenfiguren in Personalunion verkörpern sollte, auf ärztlichen Rat absagen und sich von drei Vertreterinnen doubeln lassen musste. Bis zur sechsten Vorstellung hatten sich ihre eiligst angeheuerten Delegierten immerhin so weit eingesungen und -gespielt, dass die 220 Minuten währenden tableaux vivants einigermaßen glimpflich über die Bühne gingen - vom Zürcher Tonhallen-Chef David Zinman, erstmalig am Opernhaus zu Gast, umsichtig und mit ausgeprägtem Fingerspitzengefühl für die französische Idiomatik dieser ...
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Es gehört Mut dazu, eine Opernproduktion schon nach der ersten Bühnenprobe abzublasen, weil sich abzeichnet, dass das Konzept nicht trägt und überladen ist. So geschehen im letzten Herbst in Duisburg. Intendant Christoph Meyer hatte einen Stopp verordnet, weil David Hermanns Arbeit an Verdis «Rigoletto» zu viele offene Baustellen enthielt. Zu einer solchen Absage...
«Questo è il fin di qui fà mal», so ende, wer Böses tue, singen die sechs Übriggebliebenen am Schluss von Mozarts «Don Giovanni» (Prager Version). Im Publikum der Uraufführung im Nationaltheater zu Prag am 29. Oktober 1787 saß einer, der das vermeintlich Üble solchen Tuns kaum nachvollziehen konnte: Giacomo Girolamo Casanova, Chevalier de Seingalt, zu dieser Zeit...
Wieder einmal herrscht Endzeitstimmung in der Staatsoper Stuttgart. Wie schon in seiner Inszenierung des «Fliegenden Holländer» vor zwei Jahren (siehe OW 3/2008) stellt Calixto Bieito seine Auseinandersetzung mit Wagners «Parsifal» unter den Aspekt universeller Zerstörung. Den Zuschauer empfängt, noch bevor das Vorspiel einsetzt, eine apokalyptische Landschaft –...
