Verschrottet
«Ich bin von Waberlohe umgeben», ruft Donald Duck in der deutschen Übersetzung eines seiner Comic-Abenteuer. Wieland Wagner soll ja auch mal daran gedacht haben, dem «Ring» eine Disney-Ästhetik zu verpassen, legitimiert wohl vom Großvater und dessen Satz «Kinder, macht Neues». Freilich war Letzterer eigentlich eine Aufforderung an Komponistenkollegen, lieber Neues zu schaffen, als eigene Werke zu recyceln.
Wir wissen auch nicht, ob der Meister damit einverstanden gewesen wäre, die Sage vom Ahasverus der Meere im als «Hölle auf Erden» verrufenen Schiffs-Scrapyard von Chittagong zu verankern, wie es Àlex Ollé von La Fura dels Baus mit seiner Inszenierung des «Fliegenden Holländer» tat. Möglicherweise hätte Wagner dessen Konzept auch als das erkannt, was es wohl ist: eine der Originalität geschuldete Zwangsgeburt, die zum Hemmschuh wird.
Nach Lyon, Bergen, Sydney und Lille erreichte sie 2016 Madrid, wo sie aufgezeichnet wurde. Die Norweger sind zu Bangladeschi mutiert, die an Deck eines riesigen, peu à peu verschrotteten Schiffs leben, während der Holländer und seine Mannschaft, aus giftigem Schlamm geboren, als Zombies in dessen Innerem wesen. Der Lagerplatz, das «Ödland eines ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 33
von Gerhard Persché
Wiedereröffnung
Das Warten hat ein Ende. Nach rund sechsjähriger Sanierung ist das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth wieder spielbereit. Das erste Stück: Hasses «Artaserse». Ein Bericht
Marianne Crebassa
Nach ihrem Salzburg-Debüt in der Titelpartie von Dalbavies «Charlotte Salomon» erregte die französische Mezzosopranistin dort 2017 als Sesto in Mozarts «Tito»...
Jaromir Weinbergers einstiger Welterfolg «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» aus den 1920er-Jahren, in Mitteleuropa jäh gestoppt von den Nazis, taucht nach und nach wieder auf, und die Opernfreunde reiben sich erstaunt die Augen, dass diese tolldreiste Nachblüte der tschechischen «Volksoper» so lange vergessen wurde. Die Rezeptur der «Verkauften Braut» erscheint in...
«Diese Bilderbuchkarrieren, gibt’s die überhaupt?», fragte Doris Soffel im Gespräch mit «Opernwelt» einmal (siehe OW 9-10/2015). Ihre Antwort: «Nein! Es gibt nur Zickzack.» Mit entwaffnender Offenheit sprach da eine Mezzosopranistin, die vom Koloraturfach kommt, ihren internationalen Durchbruch nach neun Stuttgarter Ensemblejahren als Sesto in Mozarts «Tito»...
