Verrückt nach Meer
Der renommierteste «Flying Man» der Briten ist eine Dampf -lokomotive: «The Flying Scotsman», der auch die USA und Australien bereiste und per Schiff sogar die Welt umkurvte, wurde im vergangenen Jahr zu seinem 100-jährigen Jubiläum vom nationalen britischen Eisenbahnmuseum in York restauriert. Von hier aus ist der Weg nicht weit zum Titelhelden von Wagners «Fliegendem Holländer», mit ein wenig Fantasie findet man auch eine Verbindung zu Bryn Terfel.
Der «Flying Welshman», geadelt nicht nur durch den ihm verliehenen Ehrentitel «Sir», sondern auch durch seine Mitwirkung bei der Krönung des vormaligen Prince of Wales zum King, hat in dieser Partie an den großen Opernhäusern der Welt reüssiert, dokumentiert auch auf CD (als Live-Aufnahme aus Zürich). In seinem neuesten Recital begibt sich der Bassbariton erneut auf See («verrückt nach Meer», wenn man so will), allerdings nicht als Demon of the Seven Seas von Richards Gnaden, sondern als stimmungsvoller Referent und Verkäufer von Seemannsliedern, Balladen und Shanties vor allem aus seiner walisischen Heimat, aber auch aus der Bretagne und von den Shetland-Inseln.
In diesem Zusammenhang durchtränkt der ambitionierte Sportfischer seinen ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 33
von Gerhard Persché
Wenn Frauen Opern über Frauen inszenieren, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie machen es ganz anders oder sie erfüllen ihren Dienst am Regietheater noch radikaler als ihre männlichen Kollegen. Lydia Steier gehört zu Letzteren. Schlaflose Nächte habe sie seit der Premiere ihrer Inszenierung von Strauss’ «Salome» im Oktober 2022 an der Opéra Bastille verbracht,...
Liebe Frau Baumgartner, können wir über Träume reden?
Ja, klar, auf jeden Fall.
Schön. Träumen Sie manchmal in Farbe?
Ich glaube, ich träume immer in Farbe. Ich habe Farben in meinen Träumen nie vermisst, das wäre mir aufgefallen; demnach müssen sie ja wohl vorhanden sein.
Vermissen Sie irgendwelche Farben?
Ich folge meist einem inneren Gefühl; das dockt irgendwo...
Ein Triple infernale, zumindest für das Münchner Publikum: Krzysztof Pendereckis «Die Teufel von Loudun» bei den Opernfestspielen 2022, Bratt Deans «Hamlet» im vergangenen Jahr – und nun «Le Grand Macabre» von György Ligeti. Das ist schwer verdauliche Kost, die Intendant Serge Dorny da jeweils zum Auftakt des Festivals serviert(e). Zumal an einem Ort, wo der...
