Verrückt nach Meer
Der renommierteste «Flying Man» der Briten ist eine Dampf -lokomotive: «The Flying Scotsman», der auch die USA und Australien bereiste und per Schiff sogar die Welt umkurvte, wurde im vergangenen Jahr zu seinem 100-jährigen Jubiläum vom nationalen britischen Eisenbahnmuseum in York restauriert. Von hier aus ist der Weg nicht weit zum Titelhelden von Wagners «Fliegendem Holländer», mit ein wenig Fantasie findet man auch eine Verbindung zu Bryn Terfel.
Der «Flying Welshman», geadelt nicht nur durch den ihm verliehenen Ehrentitel «Sir», sondern auch durch seine Mitwirkung bei der Krönung des vormaligen Prince of Wales zum King, hat in dieser Partie an den großen Opernhäusern der Welt reüssiert, dokumentiert auch auf CD (als Live-Aufnahme aus Zürich). In seinem neuesten Recital begibt sich der Bassbariton erneut auf See («verrückt nach Meer», wenn man so will), allerdings nicht als Demon of the Seven Seas von Richards Gnaden, sondern als stimmungsvoller Referent und Verkäufer von Seemannsliedern, Balladen und Shanties vor allem aus seiner walisischen Heimat, aber auch aus der Bretagne und von den Shetland-Inseln.
In diesem Zusammenhang durchtränkt der ambitionierte Sportfischer seinen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 33
von Gerhard Persché
Ich weiß nicht, wohin ich von hier aus gehen werde, aber ich verspreche, ich werde Sie nicht langweilen», so lautete der mittlerweile ikonische Satz, mit dem David Bowie das Publikum ansprach, nachdem er während des Konzerts im New Yorker Madison Square Garden 50 Kerzen auf seiner Geburtstagstorte ausgeblasen hatte. Und er hielt, was er versprach – das Chamäleon...
Liebe Frau Baumgartner, können wir über Träume reden?
Ja, klar, auf jeden Fall.
Schön. Träumen Sie manchmal in Farbe?
Ich glaube, ich träume immer in Farbe. Ich habe Farben in meinen Träumen nie vermisst, das wäre mir aufgefallen; demnach müssen sie ja wohl vorhanden sein.
Vermissen Sie irgendwelche Farben?
Ich folge meist einem inneren Gefühl; das dockt irgendwo...
All die vielen kleinen Motive, die Leoš Janáček dem Duktus des Tschechischen abgelauscht und in rhythmische Floskeln, gackernde Holzbläsereinwürfe und prägnante Melodien übersetzt hat, rauschen sprechend an uns vorüber – mitunter in manischer Erregtheit, dann auch mal mit versteckter Hinterlist. Dirigent Alexander Joel hat mit dem Orchestre de l’Opéra de Lyon...
