Vergebene Liebesmüh
Genügt ein prominenter Nachname allein, um eine erfolgreiche Aufführung zu garantieren? Offensichtlich nicht. Weder Chiara Muti, Tochter des großen Riccardo Muti, noch Irina Brook, Nachfahrin des brillanten Theatermachers Peter Brook, vermochten mit ihren Inszenierungen am Teatro alla Scala zu überzeugen.
Chiara Muti stand dabei vor einer enormen Herausforderung: Gioachino Rossinis monumentaler «Guillaume Tell» war seit 1988 nicht mehr auf der Bühne des Mailänder Opernhauses zu sehen und erklang nun erstmals in der französischen Originalfassung.
Die Natur fehlt in dieser Neuproduktion gänzlich – das Bühnenbild von Alessandro Camera ist in nächtlichen Farbtönen gehalten. Obwohl Fritz Langs «Metropolis» als erklärte Inspirationsquelle dient, fehlt die visionäre Fantasie dieses Films vollkommen. Stattdessen dominiert Monochromes die Bühne, sogar die von Ursula Patzak entworfenen Kostüme für die unterdrückten Schweizer. Die Regie fügt zudem eine biblische Lesart hinzu: Guillaume Tell erhält den (göttlichen?) Auftrag, sein Volk aus dem vom Fortschritt erzeugten Schlaf zu erwecken ( jeder Landsmann besitzt eine Tafel, die ein geisterhaftes weißes Licht projiziert) und es vom Teufel zu ...
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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Stefano Nardelli
arte
02.06. – 01.20 Uhr
Kaija Saariaho: Innocence
Programmtipp: Das Festival d‘Aix-en-Provence zeigt jedes Jahr eine Uraufführung: 2021 war es Kaija Saariahos Oper «Innocence».
03.06. – 02.30 Uhr
Barenboim dirigiert Beethovens Symphonie Nr. 4
Zum Ausklang des denkwürdigen Jahres 2020 setzte die Staatskapelle Berlin unter der Leitung ihres damaligen Chefdirigenten...
Sie sind einander nahe. Sehr nahe: der Tod und das Mädchen. Nur wenige Zentimeter trennen sie, ein winziger synaptischer (Licht-)Spalt, und würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre das Spiel, kaum ist die Stille nach den Schüssen eingetreten, vorbei und würde der Tod das Mädchen in seine Arme schließen. Doch kaum hat sich jene Falltür geöffnet, unter der Manuel...
Schreckliches ist geschehen, möglicherweise. Was aber wirklich gewesen ist im vornehmen Landsitz Bly, wohin die Governess zur Erziehung der zwei halbwüchsigen Geschwister Miles und Flora kommt und worin sie unbedingt ihr Bestes geben will – das erfahren wir nicht. Nicht in Henry James’ viktorianischer Spuk -novelle aus dem Jahr 1898, noch weniger in Brittens...
