Verbotene Früchte

Benjamin Appl singt Schubert-Lieder mit Orchester und wagt mit James Baillieu eine Reise durchs Paradies

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Eigentlich ist die Causa sternenklar. Franz Schubert komponierte seine mehr als 600 Lieder für Stimme und Klavier. Dennoch fühlten und fühlen sich zahlreiche Komponisten und Arrangeure nach seinem Dahinscheiden dazu berufen, die Originalwerke zu orchestrieren – die Liste reicht von Johannes Brahms und Jacques Offenbach über Max Reger, Benjamin Britten und Anton Webern bis zu zeitgenössischen Bearbeitern wie (dem 1975 verstorbenen) Kurt Gillmann und Alexander Schmalcz.

Als geglückt mag man die meisten dieser «Versuche» kaum bezeichnen; zu hermetisch war Schuberts Kunst der Vertonung, zu sehr einem intimen, kammermusikalisch verdichteten Ton verhaftet.

Benjamin Appl legt nun ein Album mit ausgesuchten Arrangements vor, das zumindest in Teilen als nachvollziehbares Plädoyer für diese Form der Annäherung an Schuberts Liedkunst gelten darf. Zu danken ist dies in erster Linie der äußerst behut -samen Art und Weise, mit der das Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Oscar Jockel an die Versvertonungen herangeht. Kaum einmal erhebt sich der geweitete Klangkörper über den Gesang, erweist sich vielmehr als Dienender Schuberts und des deutschen Baritons. Deutlich wird dies schon im ...

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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 29
von Olga Myschkina

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