Verbotene Früchte
Eigentlich ist die Causa sternenklar. Franz Schubert komponierte seine mehr als 600 Lieder für Stimme und Klavier. Dennoch fühlten und fühlen sich zahlreiche Komponisten und Arrangeure nach seinem Dahinscheiden dazu berufen, die Originalwerke zu orchestrieren – die Liste reicht von Johannes Brahms und Jacques Offenbach über Max Reger, Benjamin Britten und Anton Webern bis zu zeitgenössischen Bearbeitern wie (dem 1975 verstorbenen) Kurt Gillmann und Alexander Schmalcz.
Als geglückt mag man die meisten dieser «Versuche» kaum bezeichnen; zu hermetisch war Schuberts Kunst der Vertonung, zu sehr einem intimen, kammermusikalisch verdichteten Ton verhaftet.
Benjamin Appl legt nun ein Album mit ausgesuchten Arrangements vor, das zumindest in Teilen als nachvollziehbares Plädoyer für diese Form der Annäherung an Schuberts Liedkunst gelten darf. Zu danken ist dies in erster Linie der äußerst behut -samen Art und Weise, mit der das Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Oscar Jockel an die Versvertonungen herangeht. Kaum einmal erhebt sich der geweitete Klangkörper über den Gesang, erweist sich vielmehr als Dienender Schuberts und des deutschen Baritons. Deutlich wird dies schon im ...
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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 29
von Olga Myschkina
Italo Montemezzi wurde vom Klima der Verismo-Oper geprägt und blieb ihr stets verbunden, auch wenn er seinen kulturellen Horizont erweiterte. Bei der Orchestrierung orientierte er sich hauptsächlich an den Lehren Wagners, in geringerem Maße an denen Debussys. Von seinen sieben Bühnenwerken wird nur «L’amore dei tre re» (Die Liebe zu den drei Königen) von Zeit zu...
Kurz ist er, der Sommer der Anarchie. Kurz, aber intensiv. Und voller Widerstandsgeist. Verantwortlich dafür ist insbesondere jene junge Pariserin mit dem charmant-altmodischen Vornamen Clairette, die man in den Gassen rund um das Quartier des Halles gut kennt und ihres couragierten Charakters wegen schätzt, die aber über die Grenzen Frankreichs kaum bekannt sein...
Panta rhei. Alles fließt. Weniger das Wasser, das sieht man hier nicht. Aber Paare und Passanten strömen dahin, mit all ihren flüchtigen Gedanken, Empfindungen, Wünschen, Sehnsüchten. Ein bestimmtes Ziel scheint keiner von ihnen zu haben, aber immerhin: Sie sind in Bewegung, weil Stillstand das Schlimmste wäre auf der Suche nach dem, was mit einem so großen Wort...
