Schatzsuche
Kurz ist er, der Sommer der Anarchie. Kurz, aber intensiv. Und voller Widerstandsgeist. Verantwortlich dafür ist insbesondere jene junge Pariserin mit dem charmant-altmodischen Vornamen Clairette, die man in den Gassen rund um das Quartier des Halles gut kennt und ihres couragierten Charakters wegen schätzt, die aber über die Grenzen Frankreichs kaum bekannt sein dürfte. Und auch ihr Schöpfer ist vielen Opernliebhabern wohl kaum ein Begriff.
Während Jacques Offenbach und seine Opéra-bouffes auch jenseits des Rheins bis heute bewundert werden, war seinem Zeitgenossen Charles Lecocq ein weniger günstiges Schicksal als Komponist beschieden: Er geriet in Vergessenheit.
An diesem milden Herbstabend in der Zauberstadt ersteht Lecocq gleichsam wieder auf – als Schöpfer der Operette «La fille de Madame Angot», einer Opéra-comique in drei Akten. Bei ihrer Uraufführung im Dezember 1872 in den Fantaisies-Parisiennes war sie ein Sensationserfolg mit mehr als 500 Folgevorstellungen. Nun ist sie zu Gast in der Opéra Comique, in einer flott-frivolen, frechen, mit revolutionärem Esprit gesegneten Inszenierung des Lyoneser Intendanten Richard Brunel. Französische Regisseure beherrschen die leichte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Jürgen Otten
JUBILARE
Christopher Robson, 1953 im schottischen Städtchen Falkirk geboren, gilt als einer der Pioniere und bedeutenden Vertreter des Countertenor-Gesangs. Seit seinem Debüt an der English National Opera (ENO) in Monteverdis «L’Orfeo» interpretierte er dort in 17 Jahren zahlreiche Rollen vom Barock bis zur Moderne, unter anderem Arsamene in Händels «Ser -se»,...
Ein Junge läuft auf die fast leere Bühne des Gärtnerplatztheaters, bald steigen Sonne, Mond und Sterne auf, der ganze alte Theaterzauber, nur hergestellt mit neuen, digi -talen Mitteln. Viel braucht Josef E. Köpplinger, Intendant des Hauses, nicht für die «Zauberflöte»: ein paar Treppen, verschiebbare Wände, einen Kubus aus Leuchtstoffröhren – für den Rest bleibt...
Aber darum geht es mir eben nicht, liebe Ellice!» – Mitten im Gespräch beginnt sie, die neue Oper des Komponisten Manfred Trojahn für die Deutsche Oper am Rhein. Mit einer Widerrede. Gegen eine eigene Aussage oder gegen ihre? Das bleibt links des Notenschlüssels verborgen, doch die Ich-Perspektive des Protagonisten Osbert Brydon ist gesetzt, erst in Takt 28 rückt...
