Die Kette um ihren Kopf
Italo Montemezzi wurde vom Klima der Verismo-Oper geprägt und blieb ihr stets verbunden, auch wenn er seinen kulturellen Horizont erweiterte. Bei der Orchestrierung orientierte er sich hauptsächlich an den Lehren Wagners, in geringerem Maße an denen Debussys. Von seinen sieben Bühnenwerken wird nur «L’amore dei tre re» (Die Liebe zu den drei Königen) von Zeit zu Zeit aufgeführt. 110 Jahre nach ihrer Uraufführung dortselbst kehrte die Oper nun wieder an das Teatro alla Scala zurück.
Seit mehreren Spielzeiten lässt man dort einst berühmte und heute fast vergessene italienische Opern des 20. Jahrhunderts wieder aufleben, so etwa 2016 Umberto Giordanos «La cena delle beffe» nach der gleichnamigen Tragödie von Sem Benelli. Eben diese Tragödie lenkte Montemezzis Augen auf den berühmtesten Dramatiker seiner Zeit; dieser destillierte das Libretto zu «L’amore dei tre re» aus seinem gleichnamigen Theaterstück.
Die düster gefärbte Handlung spielt in einem imaginären Mittelalter. Fiora liebt den Prinzen Avito, wird aber aus politischen Gründen gezwungen, Manfredo, den Sohn von König Archibaldo, zu heiraten. Während Manfredo im Krieg ist, überrascht der alte König Fiora und Avito; da er aber ...
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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Stefano Nardelli
Ein «Welttheater der Liebe» hat Walter Felsenstein «Le nozze di Figaro» einmal genannt. Nur vergaß der renommierte Regisseur, einer der Pioniere des Regietheaters im deutschsprachigen Raum, zu erläutern, wie genau diese «Liebe» konfiguriert sein könnte – ob es sich dabei um eine solche handle, die in jeder Minute eine (erotische) Entscheidung sei, ob sie das...
Die Tonart verheißt wenig Gutes. h-Moll, das klingt nach Unheil, nach Verderben, sogar nach Tod. Und all dies fürchten die Hebräer, denen man zuvor die Freiheit geraubt hat. Aus den Lamellen schleichen sie nun herein, barfüßig, bangen Blickes, die Körper geduckt, die Hände gen Himmel gereckt, als breiige Masse, gekleidet in schwarze Traueranzüge, unter denen sich...
Und darum ist ja ewig dieser Wirrwarr von Einst und Jetzt und Später in dir» – das wird Anatol von seinem Freund Max in Arthur Schnitzlers Schauspiel «Anatol» von 1892 vorgehalten. Von Schnitzler zu Hugo von Hofmannsthals «Rosenkavalier»-Dichtung vergehen wenige Jahre, 1911 wird sie als «Komödie für Musik» von Richard Strauss uraufgeführt.
Der Begriff «Wirrwarr»...
