Verbeugung vor der Tradition
Hübsch ist der Tod. Sexy, ob im Pailletten-Fummel oder im Weißkittel als Dottoressa Mirakel. Vor allem aber: Er ist die heiße Affäre jenes Mannes, der nun aus dem Schattenreich zurückkommt – und vielleicht, wenn die Liebe der im Diesseits verbliebenen Mutter oder seiner Gattin stark genug ist, wieder unter die Lebenden darf. Ein Mann, drei Frauen, man ahnt es schnell, dass es kein Happy End geben kann. Ein wenig hat es gedauert, 14 von 17 Festivaltagen, um genau zu sein, dann war der Erfolg da. Eine Uraufführung mit doppelter Finalwirkung.
«Das geopferte Leben», dieser umgekrempelte Orpheus-Mythos von Hèctor Parra, war nicht nur die letzte Produktion der diesjährigen Münchener Biennale, sie markierte zugleich das Ende der Ära von Peter Ruzicka. Vieles könnte man folglich in den Neunzigminüter, der mit Barockem und Modernem jongliert, hineingeheimnissen, Grundsätzliches, Bilanzierendes. Und einem solchen leisen Denker wie Ruzicka ist zuzutrauen: Genau das hat er auch beabsichtigt.
Bemerkenswert vor allem beim 14. Durchgang dieses weltweit einzigartigen Festivals: So viel schnell (Er-)Fassbares war lange nicht. Eine Biennale, die sich nicht mutig ins Irgendwohin bewegte, sondern vor ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Markus Thiel
Zwölf Tage nach dem 300. Geburtstag des Jubilars ist es wieder so weit: Zum fünften Mal wird in und um Nürnberg herum das Werk Christoph Willibald Glucks im Zentrum der Internationalen Gluck Opernfestspiele stehen. Den Auftakt im Nürnberger Schauspielhaus macht eine konzertante Aufführung der «Iphigénie en Aulide» in der Wagner-Fassung (Opéra Nizza, Philippe...
Die Neuinszenierung von Frank Hilbrich bestätigt es: Die scheinbar leichte, heute etwas bemüht-brillant wirkende «Jazz-Oper» von 1927 ist nicht leicht zu realisieren. Mit ihr huldigte der blutjunge Avantgardist Ernst Krenek dem Zeitgeist der Goldenen Zwanziger – der Wagnerismus, dem noch Strauss und Schreker mit ihren lyrischen Musikdramen beseelt gefolgt waren,...
Impressum
55. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752269
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 10.06.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
