Unterbelichtet
Wunderkind der Moderne oder letzter Romantiker? – so lautet die Frage, die das internationale Symposion zum fünfzigsten Todestag von Erich Wolfgang Korngold in Bern gestellt hat. Unter der Leitung von Arne Stollberg präsentierten vom 13. bis 16. September über zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Räumen der Berner Hochschule der Künste eine gewaltige Stoffmenge zu zeitgeschichtlichen Themen und biografischen Fragen, vor allem aber zu werkimmanenten und gattungsgeschichtlichen Perspektiven bei diesem frühbegabten Komponisten.
Deutlich wurde im Verlauf der Tagung, die sich nota bene durch hohes Niveau auszeichnete, wie sehr das oft eindimensional beleuchtete Bild der Zwischenkriegsmoderne der Korrektur bedarf, wie einseitig gerade die Operngeschichte jener Zeit unter dem Aspekt des sogenannten avantgardistischen Aufbruchs rezipiert wird.
Im Eröffnungsreferat führte Theo Hirsbrunner (Bern) in das «Treibhaus» Wien des frühen 20. Jahrhunderts, das er als eigenwillige Mischung aus großer Magie, Reflexion und Ausgelassenheit charakterisierte. Brendan G. Carroll (Liverpool) dokumentierte am Beispiel der ersten Klaviersonate das stupende kompositorische Handwerk des ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Claude Debussys einzige Oper gehört mehr als hundert Jahre nach ihrer Entstehung noch immer zu den großen Herausforderungen des Musiktheaters. Jossi Wieler und Sergio Morabito haben in ihrer zuletzt in Stuttgart gezeigten Inszenierung (siehe OW 6/2007) das am «Kreuzungspunkt von alltäglicher Rede und depressivem Schweigen» (Julia Kristeva) angesiedelte Stück...
Eingekerkert, im Dunkeln weggeschlossen, verwahrlost und seelisch ausgehungert: Derart misshandelte Frauen müssten ihrer Befreierin um den Hals fallen und dem Ort des Grauens schnellstmöglich entfliehen. Dass genau dies in der Oper «Ariane et Barbe-Bleue» des französischen Komponisten Paul Dukas (1865-1935) nicht passiert, stellt eines der großen Hindernisse...
Selbst sein Tod geriet zum Medienereignis. Nur wenige Stunden, nachdem Luciano Pavarotti in den Morgenstunden des 6. September einem Krebsleiden erlegen war, sendeten die Radioanstalten erste Nachrufe. Am Abend desselben Tages räumten die Hauptnachrichtensendungen der Kunde von seinem Tod einen Platz ein, wie er nur wenigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens...
