Unterbelichtet
Wunderkind der Moderne oder letzter Romantiker? – so lautet die Frage, die das internationale Symposion zum fünfzigsten Todestag von Erich Wolfgang Korngold in Bern gestellt hat. Unter der Leitung von Arne Stollberg präsentierten vom 13. bis 16. September über zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Räumen der Berner Hochschule der Künste eine gewaltige Stoffmenge zu zeitgeschichtlichen Themen und biografischen Fragen, vor allem aber zu werkimmanenten und gattungsgeschichtlichen Perspektiven bei diesem frühbegabten Komponisten.
Deutlich wurde im Verlauf der Tagung, die sich nota bene durch hohes Niveau auszeichnete, wie sehr das oft eindimensional beleuchtete Bild der Zwischenkriegsmoderne der Korrektur bedarf, wie einseitig gerade die Operngeschichte jener Zeit unter dem Aspekt des sogenannten avantgardistischen Aufbruchs rezipiert wird.
Im Eröffnungsreferat führte Theo Hirsbrunner (Bern) in das «Treibhaus» Wien des frühen 20. Jahrhunderts, das er als eigenwillige Mischung aus großer Magie, Reflexion und Ausgelassenheit charakterisierte. Brendan G. Carroll (Liverpool) dokumentierte am Beispiel der ersten Klaviersonate das stupende kompositorische Handwerk des ...
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Ferdinand Lion komprimierte das dämonisch Fantastische von E. T. A. Hoffmanns Novelle «Das Fräulein von Scuderi» für Paul Hindemith zum fesselnden Opernbuch. Das Theater Regensburg wagte achtzig Jahre später ein Remake dieses Stoffes – als Musical. Für die Texte zeichnet der Bamberger Intendant Rainer Lewandowski, für die Musik der Arrangeur und Dirigent Manfred...
Der Titel war gut gewählt, denn er formulierte einen ersten Befund: «Angst vor der Zerstörung.» Um Positionen des Musiktheaters (natürlich besonders des Wagner’schen) zwischen Archiv und Erneuerung ging es bei einem hochkarätig besetzten Symposion während der Bayreuther Festspiele. Ein von der FU Berlin und den Festspielen gemeinsam initiiertes Wochenende, bei dem...
Dass die amerikanische Regisseurin Mary Zimmerman vor ihrem Debüt an der Met noch nie eine Oper inszeniert hatte, spricht nicht unbedingt gegen sie. Ob ihre bisherige Arbeit mit Schauspielern oder ein siebter Sinn fürs Theater sie auch für das Musiktheater befähigt, steht auf einem anderen Blatt. Nach «Lucia di Lammermoor» muss man sagen: Sie ist diesen Ansprüchen...
