Unglückliches Vaterland
Hommage aux Hellènes» setzte der heute kaum noch bekannte Michel Pichat als Motto über seine fünfaktige Tragödie «Léonidas», die – mit dem großen Schauspieler Talma in der Titelrolle – ihre spektakuläre Premiere im November 1825 am Théâ-tre-français hatte. Da stand die Begeisterung für den Freiheitskampf der Griechen auf ihrem Kulminationspunkt.
Als in den Folgemonaten Pichats Freund Alexandre Soumet (zusammen mit Luigi Balocchi) Rossinis 1820 am Teatro San Carlo in Neapel uraufgeführten «Maometto II» für die Pariser Opéra zu «Le Siège de Corinthe» umschrieb, verwandelte er nicht nur den venezianischen Gouverneur von Negroponte in den Statthalter von Korinth, sondern er schärfte auch nach dem Vorbild der ehernen Figuren seines Freundes die nun griechi -schen Charaktere zu schwer erträg -lichen Hyper-Patrioten.
Der unerbittliche Freiheitsheld Leonidas wird im grandiosen, neu konzipierten dritten Finale, dem ersten großen Schreckenstableau an der Pariser Opéra, dann auch gleich zwei Mal aufgerufen. Pamyra (in Neapel noch Anna), nun die einstige Geliebte des Usurpators Mahomet II, wird in stärkstem Kontrast zu drei von Ehre besessenen Männern zur Gegenfigur mit einer bisher nicht ...
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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 33
von Klaus Heinrich Kohrs
Den Manrico hat er schon vor zwei Jahren in Barcelona riskiert, den Canio gerade in Hamburg, der Cavaradossi ist seit Jahren eine Signetpartie. Vittorio Grigolo geht den Weg (fast) aller italienische Tenöre, denen das Lyrische – aus welchen Gründen auch immer – nicht genug ist. Dass seine klingende Visitenkarte «Verissimo» heißt und vielleicht falsche Erwartungen...
Am Ende kratzte man sich den Kopf. Sicher, das kann bei Uraufführungen schon mal vorkommen. Aber es ist doch eine Seltenheit, dass immer auch das Gegenteil dessen zumindest nicht ganz falsch ist, was man zugunsten einer Aufführung sagen oder als Kritik an ihr einwenden möchte. Dieser Abend war gute drei Stunden lang lähmend und erfrischend, locker und verkrampft,...
Un minuto … sii breve», eine Minute und keine Sekunde mehr gewährt der scharfe Sheriff seinem Liebeskontrahenten, dessen Ende längst beschlossen, das Grab tief genug geschaufelt ist. Und was macht Dick Johnson aus Sacramento, der eigentlich Ramerrez heißt und seinen Lebens -unterhalt für gewöhnlich damit verdient, andere Menschen auszurauben? Er stimmt, in der für...
