Un grande dolore in picole anime
Ein Lied ist ein Lied ist ein Lied? Nicht immer. Und nicht stets in der gleichen Weise. Während Komponisten wie Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms und Hugo Wolf (auf deutschsprachiger Seite) sowie Gabriel Fauré, Henri Duparc, Claude Debussy und Reynaldo Hahn (unter französischen Titeln wie «Mé-lodie», «Poème» oder «Ariette») ihre Beiträge zu diesem Genre dezidiert für Stimme und Klavier schrieben, darf man sich bei einem (Opern-)Komponisten wie Giacomo Puccini nicht wundern, wenn diese Stücke hörbar den Geist des (genuin italienischen) Belcanto atmen.
Vom Belcanto inspiriert waren sie alle, ein Verdi, ein Giordano, ein Mascagni, ein Cilea. Und eben auch ein Puccini.
Bedurfte es noch eines eindeutigen Beweises für diese nicht allzu kühne These, so liegt sie mit dem Album «I Canti» nun vor. Charles Castronovo singt darauf sämtliche Klavierlieder Puccinis in der Instrumentierung durch Johannes X. Schachtner, und in eigentlich keinem Augenblick käme man auf die Idee, das begleitende Instrumente möge ein Klavier sein. Der Melodiefluss, die musikalisch-semantische Gestik, das dramatische Konstrukt, der Habitus und sogar die Attitüde dieser Stücke verlangen geradezu nach ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Medien, Seite 29
von Virginie Germstein
Mein Bild ist meine Bühne», sagte der Maler William Hogarth einmal über sich selbst. Sprach’s und setzte es in Kunst um: Zwischen 1733 und 1735 widmete er acht gesellschaftskritische Gemälde und Stiche «A Rake’s Progress», dem Werdegang eines Wüstlings – und inspirierte gut 200 Jahre später Igor Strawinsky und seine Librettisten zu einer fast gleichnamigen Oper...
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Es ist schon faszinierend, wie vernehmlich Fafner klingt, wenn er mal nicht in der Ecke liegt und pennt. In vorsichtigen, zugleich markanten Sekundschritten wandelt er übers düstere b-Moll-Feld des «Siegfried»-Vorspiels, leise grummelnd und doch klar bei Sinnen, überaus präsent und der Situation gewärtig, die 90 Minuten später todbringend aus dem Ruder laufen wird....
