Umgebettet

Prokofjew: Der Spieler
Basel | Theater

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Der Sprung aus dem Einst in die Gegenwart – wie oft gelingt er nur mit Verlust, verfehlt sein Ziel und lohnt den Aufwand nicht. Anders in Basel, bei Sergej Prokofjews Dostojewski-Musikalisierung «Der Spieler». Da darf mit Fug und Recht von der wohlgeratenen Umbettung eines Werks die Rede sein. Wer jetzt mit der späten Schweizer Erstaufführung konfrontiert ist, muss nach dem ersten Blick auf die von Zinovy Margolin eingerichtete Szene freilich schließen, dass die Gestalten in Vasily Barkhatovs Inszenierung ihre beste Zeit hinter sich haben und hinter ihrem Glück herspielen.

Das Grandhotel im fiktiven Roulettenburg, in dem sich laut Libretto (Prokofjew schrieb es selbst) die Handlung zuträgt, ist zum proper möblierten Hostel herabgestuft, die Zimmer mit zum Teil zweistöckigen Betten sehen so aus, als lägen sie halb auf dem Flur – wohl ein Verweis darauf, dass auch Stofflieferant Dostojewski nicht ausschließlich an den allerersten Adressen verkehrte. Ein Haus, das über Eck steht und von jener architektonisch geglätteten Einfalt ist, die unsere Neubauquartiere nicht selten einander so auffällig ähnlich macht. Davor: eine Bushaltestelle ohne Busse.

Da begibt sich, was eigentlich in der ...

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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Heinz W. Koch

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