Ultimativ machtlos

Covent Garden zeigt Claus Guths «Jenůfa»-Inszenierung nach, Karita Mattila und Asmik Grigorian liefern grandiose Rollen­porträts

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16 Metallbetten rahmen die Spielfläche, und 16 Küchentische. An langen Seilen pendeln 16 tuchverhangene Wiegen träge aus dem Schnürboden. 16 Uniformen warten auf ihre Träger, die sich wenig später aus den Federn schälen. Und 16 Frauen schälen Kartoffeln. In ihrer Mitte thront die alte Burya in strengschwarzem Pomp, mit einer Reitgerte fuchtelnd. Die Szene erinnert an eine Strafkolonie: Einen Horizont gibt es nicht, keinen Ausblick, keinen Ausweg.

Regisseur Claus Guth liest am Londoner Royal Opera House das eindringliche Ticken des Xylophons im ersten Akt von Janáčeks «Jenůfa» als Klang einer gut geölten Gesellschaftsmaschine, in der kein Rädchen aus der Reihe tanzen darf. Mit Bühnenbildner Michael Levine und Ausstatterin Gesine Völlm betont er die restriktiven Normen der Dorfgemeinschaft.

Ausgangspunkt der Inszenierung ist die Perspektive der Küsterin. Wenn diese an ihre eigene Ehe zurückdenkt, tritt ihr Gatte auf, als blutjunge Erscheinung aus der Vergangenheit, die Bierflasche in der einen Hand, die andere zum Schlag erhoben. Das, denkt sich die Kostelnička, stünde mit Števa auch Jenůfa bevor – und Guth lässt das junge Paar die Fantasie auf der Bühne ausagieren. In den Augen der ...

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Opernwelt November 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Wiebke Roloff Halsey

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