Überstrapaziert

Čekovská: Impresario Dotcom
BREGENZ | FESTSPIELHAUS

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Ein Triumph! Das passende Stück zur virengeschüttelten Gegenwart. Goldoni blitzgescheit aktualisiert, dazu eine tolle Regie und brillante Musik – die Komponistin eine Entdeckung! Nur zu gerne würde man diese Sätze aufschreiben und den Bregenzer Festspielen, die sich heuer mit arg reduziertem Programm «Bregenzer Festtage» nennen, einen Coup testieren. Doch betrüblicherweise erweist sich das Auftragswerk «Impresario Dotcom» als ziemlich missglückte Angelegenheit.

Das beginnt beim Libretto von Laura Olivi,  inspiriert ist es durch Carlo Goldonis «Impresario von Smyrna» aus dem Jahr 1761. Ein Edelmann will eine Oper besetzen und schaltet dafür einen Mittler ein. Die Interessenten legen sich virtuos ins Zeug, arbeiten mit allerlei Tricks für sich und gegeneinander, wie am Schnürchen rattert die Possenmaschinerie – bei Goldoni. Bei Olivi herrscht ab und an auch Wortwitz, doch muss vor allem der Impresario (die irgendwie zwischen Geschlechtern und Sprachen herumhuschende Schauspielerin und Tänzerin Zeynep Buyraç) schrecklich Banales und dann wieder Verzopft-Verkopftes von sich geben.

Die slowakische Komponistin Ľubica Čekovská (Jahrgang 1975) liefert dazu unruhige Klänge mit häufigen ...

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Opernwelt November 2020
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Jörn Florian Fuchs

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