Überspannte Seele
Könnte es sein, dass der schweizerisch-amerikanische Komponist Ernest Bloch mit seiner Oper «Macbeth» dem dramatischen Idiom des Shakespeare’schen Königsdramas näherkommt als Verdi? Man ist versucht, die Frage mit Ja zu beantworten, wenn man die erste professionelle U. S.-amerikanische Produktion des Dreiakters gehört hat, die jüngst an der kalifornischen Long Beach Opera herausgekommen ist.
Andererseits fällt ein eindeutiges Urteil schwer angesichts der spezifischen räumlichen Umstände, unter denen die Inszenierung des Künstlerischen Leiters Andreas Mitisek stattfand: Eine lange Traverse, die sich zwischen den Tribünen des am Hafen von Los Angeles gelegenen World Cruise Center erstreckte, bildete die Bühne, auf der sieben Sängerdarsteller die zahlreichen Figuren aus Blochs umfänglichem Personal verkörperten. Die Partie des Pförtners indes wurde bedauerlicherweise gestrichen und die Partitur auf eine Gesamtdauer von nurmehr knapp zwei Stunden gerafft.
Dennoch: Die Vorstellung imponierte – durch ihre Mächtigkeit wie durch ihr Verstörungspotenzial: Regisseur Mitisek glückte mit seiner zwischen verhaltener Intimität und expressionistischem Grauen oszillierenden Inszenierung ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Simon Williams
«In jedem Gedicht findet er den für ihn entscheidenden Dreh- und Angelpunkt, entwickelt einen zutiefst originellen Gedanken, und schon ist der (manchmal durchaus banale) poetische Gehalt pointiert, überhöht und in die Stratosphäre katapultiert.» Treffende Worte des Liedbegleiters Eric Schneider im CD-Begleitheft, der Christiane Oelze in diesem Querschnitt durch das...
Das Detmolder Landestheater ist ein Ort der Kontinuitäten: Seit zehn Jahren ist Erich Wächter dort GMD, seit acht Jahren Kay Metzger Intendant. Zusammen haben sie das Detmolder Theater zu einem viel beachteten Wagner-Haus gemacht, trotz der beengten Verhältnisse, die in dem weißen Jugendstil-Schmuckkästchen herrschen. Zwischen 2007 und 2009 wurde ein überaus...
In Sachsen-Anhalt hat Kultusminister Stephan Dorgerloh kürzlich die neuen Theater- und Orchesterverträge vorgestellt, die ab 2014 gelten sollen. Gute Nachrichten hatte er nicht: Die Förderung des Landes wird ordentlich zurechtgestutzt, sinkt von derzeit 36 Millionen auf 29 Millionen Euro.
Was heißt das konkret? Verteilt wird nach Einwohnerzahl, den Maßstab setzt...
