Tschaikowsky: Mazeppa

Lyon

Opernwelt - Logo

Es gibt Opern, die sind richtige Opern. Leidenschaft, Verrat, Folter, Wahnsinn, Totschlag, die große Schlacht, zärtliches Atemholen bei der stillen, lyrischen Liebe, sanftes, ergreifendes Sterben. Tschai­kow­skys «Mazeppa» ist so eine Oper. Der Hintergrund, nach einem Poem Puschkins, ist historisch. Der ukrainische Kosakenführer Mazeppa, schon ein alter Mann, plant, sich mit den Schweden gegen Zar Peter den Ersten zu verbünden, um die Autonomie der ukrainischen Kosaken gegen Moskauer Machtansprüche zu verteidigen.

Die entscheidende Schlacht bei Poltawa geht dann grandios für Mazeppa und die Schweden Karls XII. verloren. Alles weitere ist Oper. Mazeppa heiratet die junge Marija gegen den Willen ihres Vaters, des Gutsbesitzers Kotschubei. Der verpetzt die Verschwörung Mazeppas an den Zaren, der es nicht glaubt und zurückfragt, worauf Kotschubei es mit dem Henker zu tun kriegt. Schließlich fällt Marija in den ophelischen Wahnsinn, singt einem sterbenden jungen Verehrer ein Schlaflied, während Mazeppa sich ins osmanische Exil verzieht.
«Mazeppa» führt die Geschichte in drei Akten mit sechs Bildern als wirkungsvolles Stationendrama vor. Effektvolle Tableaus bieten volkstümlich Getanztes ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 53
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Orlando

Wenn Zürich jetzt Händels «Orlando» von 1733 herausgebracht hat, wünscht man sich, dass Alexander Pereira die beiden anderen Händel-Opern nach Ariost, nämlich «Ariodante» (1734) und als Wie­deraufnahme «Alcina» (1735) folgen lassen möge, um alle drei dann zu einer Trilogie zusammenzuschließen (nach dem Vorbild der Zürcher römischen «Kaiser»-Trilogie mit Monteverdis...

Oscar und die Prinzessin

Ungläubiges Staunen, als sich der Vorhang hebt: Der Blick fällt auf eine großzügige viktorianische Bibliothek mit kleinem Schreibtisch und Leselampe. Im angrenzenden Salon speist eine Abendgesellschaft und läs­tert über den Sohn des Hauses – Oscar Wilde. Einer Gruppe junger Offiziere ist es nebenan wohl zu heiß geworden, locker parlierend bedecken sie erst, wenn...

«Der Dilettantismus hat zugenommen»

Herr Salminen, können Sie noch über­blicken, wie viele Sarastros und Gurnemanze Sie im Verlauf Ihrer Karriere gesungen haben?
Da dürfte eine ganze Menge zusammenkommen. Seit ich diese Partien auf der Bühne singe, bin ich eigentlich jedes Jahr für einige Vorstellungen engagiert worden. Wobei der Gurnemanz ja erst ziemlich spät zu mir gestoßen ist. Und er wird...