Tschaikowsky: Mazeppa
Es gibt Opern, die sind richtige Opern. Leidenschaft, Verrat, Folter, Wahnsinn, Totschlag, die große Schlacht, zärtliches Atemholen bei der stillen, lyrischen Liebe, sanftes, ergreifendes Sterben. Tschaikowskys «Mazeppa» ist so eine Oper. Der Hintergrund, nach einem Poem Puschkins, ist historisch. Der ukrainische Kosakenführer Mazeppa, schon ein alter Mann, plant, sich mit den Schweden gegen Zar Peter den Ersten zu verbünden, um die Autonomie der ukrainischen Kosaken gegen Moskauer Machtansprüche zu verteidigen.
Die entscheidende Schlacht bei Poltawa geht dann grandios für Mazeppa und die Schweden Karls XII. verloren. Alles weitere ist Oper. Mazeppa heiratet die junge Marija gegen den Willen ihres Vaters, des Gutsbesitzers Kotschubei. Der verpetzt die Verschwörung Mazeppas an den Zaren, der es nicht glaubt und zurückfragt, worauf Kotschubei es mit dem Henker zu tun kriegt. Schließlich fällt Marija in den ophelischen Wahnsinn, singt einem sterbenden jungen Verehrer ein Schlaflied, während Mazeppa sich ins osmanische Exil verzieht.
«Mazeppa» führt die Geschichte in drei Akten mit sechs Bildern als wirkungsvolles Stationendrama vor. Effektvolle Tableaus bieten volkstümlich Getanztes ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es gibt kein Glück auf Erden. Aber zumindest einen Trost (in) der Musik. Das ist die gemeinsame Botschaft der beiden Mozart-Premieren, die Hannovers Staatsoper pünktlich zum Jubiläum präsentiert. Zwar handelt es sich bei «Così fan tutte» und bei «Lucio Silla» um zwei Opern, die ein auskomponiertes Glücksfinale haben, doch das heißt nicht viel in unserer Zeit.
Bei...
Von ihrer Dramaturgie her kann der «Salome»-Neuinszenierung des Mannheimer Nationaltheaters ohne weiteres zugestimmt werden. Gabriele Rech überfrachtet die Vorlage nicht durch weit hergeholte Assoziationen. Zentraler Ansatzpunkt: Die Titelfigur ist kein sexbesessenes männermordendes Ungeheuer. Im Text ist bekanntlich keine Rede vom sadistischen Monster, und die...
Der Titelheld der Geschichte ist ein Verführer. Ein Sexprotz mit einem Eroberungsverzeichnis, das stolze 2065 Eintragungen aufweist. Was also liegt näher, mag sich Regisseur Georges Delnon, in Richtung Basel scheidender Intendant des Mainzer Staatstheaters, gefragt haben, als jede Menge Sex auf der Bühne?
So lag gleich am Anfang Donna Anna nur spärlich verhüllt...
