Träumen erwünscht
Der Banyan-Baum besitzt in Taiwan eine hohe Symbolkraft. Sein breites Blätterdach bietet Schatten vor der subtropischen Sonne, Schutz bei nachmittäglichen Regengüssen und Platz für Schachspieler oder Picknickrunden. In Kaohsiung, mit 2,7 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes, wächst er auch auf dem Gelände von Weiwuying, einem ehemaligen Militärgebiet unweit der Innenstadt.
Die Architektin Francine Houben hat das natürliche Vorbild aufgegriffen, als sie den Zuschlag bekam, das verfallende Areal in einen Kulturkomplex zu verwandeln: Unter einem alles überwölbenden Dach sind die einzelnen Gebäudeteile wie riesige runde Stämme gestaltet, der Raum dazwischen ist ein stufenloses, frei zugängliches Forum, das Veranstaltungsort sein kann oder spontaner Treffpunkt. Das selbsternannte «Haus ohne Türen» beherbergt auf dem Dach ein zum Park absteigendes Amphitheater – mit Blick auf die Banyan-Bäume. Das Dach misst mächtige 240 Meter in der Länge, ist stolze 140 Meter breit und macht Weiwuyiung, wie man hier stolz betont, zum «größten zusammenhängenden Kulturgebäude der Welt» – gelistet im TIME Magazine unter den «World’s Greatest Places 2019». Im Inneren finden sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Stephan Knies
Zwei Opernpremieren, die im Rückblick als ein musikpolitisches Schlüsselereignis im nationalistisch gefärbten Parteikampf der deutschen Kultur- und Ideengeschichte des frühen 19. Jahrhunderts gelten dürfen, fanden 1821 innerhalb weniger Wochen in Berlin statt – die von E. T. A. Hoffmann eingerichtete deutschsprachige Fassung von Gaspare Spontinis «Olympia», die den...
Remembrance» hat Marcel Brunner sein Debütalbum genannt, das mit Blick auf die gegenwärtige Weltlage Lieder präsentiert, in denen die Schrecken der beiden Weltkriege reflektiert werden. Er erinnert dabei auch an den hochbegabten Rudi Stephan, der 27-jährig bereits im ersten Kriegswinter 1915 an der Front starb. Es sind «ernste Gesänge» in Anlehnung an Brahms’...
Giuseppe Verdis «Aida» gilt als Festtagsstück selbst noch unter den großen Extrachor- und Extra-Bläser-Opern. Das hat sie vor die Pyramiden von Gizeh gebracht und bringt sie alljährlich in die Arena von Verona und ohnehin auf Freilichtbühnen aller Art, sofern der Platz und die musikalischen Kräfte reichen. Vor diesem Hintergrund ist es ganz solide, dass sie auch...
