Tolle Tage
Erlösung dem Erlöser», auch das hätten die letzten Worte sein können, herabwehend aus irgendeiner Beleuchterbrücke des Nürnberger Opernhauses. Nun beschließt aber «Corriam tutti a festeggiar» die Amtszeit von Joana Mallwitz. «Le nozze di Figaro» also statt «Parsifal», der den großen Corona-Verschiebungen des fränkischen Spielplans zum Opfer gefallen ist. Genau richtig sei dieser «Figaro» trotzdem, sagt Mallwitz. Nicht nur, weil «Mozart immer richtig ist», sondern weil man damit die neu gewonnene Ensemblekultur des Hauses vorführen könne.
Worte, gesprochen an der Rampe der Nürnberger Meistersingerhalle. Es ist das Abschiedskonzert der Generalmusikdirektorin, ein Rückblick mit Mahlers Vierter und einigen von Mallwitz selbst moderierten «Herzensstücken». Das Publikum rast, ein paar Tränen kullern, später im Foyer fällt Intendant Jens-Daniel Herzog vor der Dirigentin auf die Knie.
Irgendwann, wenn sie tatsächlich gen Berliner Konzerthausorchester entschwunden ist, werden sich an der Pegnitz noch alle die Ohren reiben. Darüber, welchen Sprung die Nürnberger Staatsphilharmonie gemacht hat. Bei der ersten Premiere von Mallwitz, Prokofjews «Krieg und Frieden» im Herbst 2018, hatte sich ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Markus Thiel
P = Premiere ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Massenet, Manon: 1., 10.
- Berg, Wozzeck: 4., 9., 11., 17., 25., 30.
Altenburg
siehe Gera
Augsburg Theater Augsburg martini-Park
www.theater-augsburg.de
- Purcell, The Fairy Queen:...
Operneinakter gehen nicht, auch nicht im Doppelpack, heißt eine eiserne Theaterregel. Strauss’ «Salome» und «Elektra» gelten inzwischen als abendfüllend; eine Ausnahme wie das zwangsverheiratete Verismo-Paar «Cavalleria rusticana» und «Pagliacci» bestätigt nur die Regel. Frankfurts Intendant Bernd Loebe, kein Freund großer Worte, hat sich davon noch nie beirren...
Der Mensch erscheint, nein, leider nicht im Holozän, das wäre Literatur und, Max Frisch sei Dank, fürwahr eine formidable. Er erscheint im Anthropozän, als Zentrum allen Seins und Werdens, als geochronologische Konstante, als tellurische Macht, die Einfluss nicht nur auf das eigene Geschick nimmt, sondern massiv in die Natur und ihre organischen Verläufe eingreift....
