«The very best of Glyndebourne»?
Eine Komplilation mit vielen alten Bekannten. EMI hat aus den Katalogen ein paar Höhepunkte zusammengesucht, Mittelmaß ist auch dabei. Vor allem fragt man sich, nach welchen Prinzipien die Nummern aus einzelnen Opern ausgewählt wurden.
Natürlich steht Fritz Busch am Anfang. Von seinen frühen (1934/35) und späteren Aufnahmen (1950/51) gibt es repräsentative Auszüge. Von Thomas Beecham begleitet bot Margherita Grandi 1948 eine superbe Lady Macbeth. Der Schlusston der Wahnsinnsszene ist allerdings technisch manipuliert (von jemand anders gesungen?).
Auch wenn der Mozart-Stil von John Pritchard (im Gegensatz zu dem von Fitz Busch) längst überholt ist, lässt sich doch nicht überhören, wie eindringlich die junge Margaret Price als Konstanze in Mozarts «Entführung» war: Silbertöne, fein lasiert. Noch weniger als Pritchard kann für heutige Ohren Bernard Haitink mit Mozart überzeugen. Auch er war Musikchef in Glyndebourne, wird in England als Operndirigent enorm geschätzt (und zweifellos überschätzt). Zusammen mit Felicity Lott zerdehnt er das «Porgi amor» der «Figaro»-Gräfin zum konturenlosen Schönheitsbrei. Die Sopranistin enttäuscht auch als Lustige Witwe. Und Haitinks «Don Giovanni» ...
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