The Party Goes On
Das Stück ist kein Repertoirerenner geworden, wie man ihn eigentlich von Pé-ter Eötvös hätte erwarten können. Immerhin haben sich seine «Tri Sestry» bis heute als Dauerbrenner erwiesen, während die kurz danach entstandenen «Angels» in den knapp zwei Jahrzehnten seit ihrer Pariser Uraufführung ein von den Theatern nur wenig beachtetes Dasein fristen.
Möglicherweise, weil das Sujet – die weltweit grassierende Aids-Epidemie – schon 2004, als die Oper erstmals auf die Bühne gebracht wurde, einiges an Patina angesetzt hatte, da man die Krankheit, wenn auch nicht besiegt, so doch einigermaßen unter Kontrolle gebracht hatte.
Zentrale Frage also an die Regie: Was tun, um die Aktualität des Stücks aufzufrischen? Um es nicht nur als realistisch-historischen Bilderbogen ablaufen zu lassen, wie ablesbar aus dem auf Youtube greifbaren Video-Mitschnitt der Uraufführung? In Bremen (wo die «Angels in America» übrigens Tradition haben – fand hier doch 1994/95 die Deutsche Erstaufführung des der Oper zugrunde liegenden Schauspiels von Tony Kushner statt) liefert Andrea Moses jetzt eine schlüssige szenische Interpretation. Sie legt den Akzent weniger auf das Schwulenstück, das man sich wesentlich ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Gerhart Asche
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