The House of Joy
Gott fährt Motorrad. Aber er benutzt es, sich seiner erhöhten (Sonder-)Stellung gewiss, nicht nur auf den dafür vorgesehenen Pfaden. Um die schöne Semele zu rauben, nimmt er ebenfalls den Zorn des Volkes in Kauf, das sich in einer schmucken Kirche zum, genau: Gottes-Dienst versammelt hat (Bühne: Tracy Grand Lord). Jupiter höchstselbst, denn von ihm geht hier die Rede, ficht das nicht an. Er hat sich mehr oder minder «unsterblich» in die thebanische Königstochter verliebt und raubt sie nun mitten aus der heiligen Versammlung, um sie ganz für sich allein zu haben.
Ein letzter fulminanter (oder sollte man sagen: lüsterner?) Dreher am Gaspedal, und schon braust das Paar in Windeseile aus der Kirche der Erstaunten hinaus ins flotte Leben.
Es ist zugegeben eine kecke, ja kühne Idee, das mythische, von Ovid im dritten Buch seiner «Metamorphosen» eine Spur vermenschlichte Sujet auf diese radikal rustikale Art und Weise zu deuten. Doch sie funktioniert, weil Thomas de Mallet Burgess und Jacqueline Coats für ihre Inszenierung von Händels 1744 im Londoner King’s Theatre am Haymarket herausgekommenem Oratorium «Semele» die Holy Trinity Cathedral zu Auckland in ein leibhaftiges House of Joy ve ...
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Opernwelt April 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 31
von Jan Verheyen
Ein Königreich für eine Wampe, pardon, für ein Embonpoint? Nicht in Nürnberg. Claudio Otellis Falstaff ist zwar kein James Dean und auch kein Casanova – ein Fettwanst aber ebensowenig. Seine Baritonstimme gleicht der Figur. Leicht füllig ist sie, dabei durchaus gelenkig, weder überbordend noch schwammig, eher stabil, gutsitzend in Mittellage wie Tiefe und...
Alpha
09.04. – 21.45 Uhr Händel: Messiah
Der Chor des Bayerischen Rundfunks singt Georg Friedrich Händels Oratorium «Messiah» im englischen Original. Eine Aufnahme aus dem Jahr 2014 mit Dirigent Peter Dijkstra und dem belgischen Barockorchester B'Rock.
arte
02.04. Thementag Pablo Picasso
Zum 50. Todestag widmet Arte dem Künstler einen Thementag mit über 16 Stunden...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Tränen gelacht zuletzt bei Tobias Kratzers «Götterdämmerung», als eine Norn und später Waltraute als meine Doppelgängerinnen auftraten.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Ich würde kein neues Haus bauen, vielmehr schauen, wie man die vielen, die es schon gibt, für die Zukunft erhalten und verändern kann. Wie kann man...
