Vokaluniversum
Der Name von Elena Obraztsova wird meistens mit den Opern von Verdi, Mascagni, Cilea, Bizet, Saint-Saëns, Massenet und russischen Komponisten wie Mussorgski und Tschaikowsky in Verbindung gebracht. Sie war eine der größten dramatischen Mezzosopranistinnen des letzten Jahrhunderts und gastierte an den größten Opernhäusern der Welt. Unvergesslich sind ihre Interpretationen von Amneris, Azucena, Santuzza, Carmen, Dalila, viele davon wurden auf Schallplatte gebannt.
Während Obraztsova im Ausland bei Studioaufnahmen von 15 Opern mitwirkte, waren es in der Heimat lediglich drei Opern von Mussorgski und Borodin.
Seit dem Ableben der Sängerin 2015 hat die Elena Obraztsova Foundation gemeinsam mit dem Label Melodiya neun CDs veröffentlicht. Sie tragen dazu bei, die fehlende Balance in der Diskografie auszugleichen. Neben den teilweise bekannten Studioaufnahmen enthalten diese CDs zahlreiche Erstveröffentlichungen und Liveaufnahmen.
Die größte Überraschung ist die Stimme von Elena Obraztsova selbst. Sie verfügt über unglaubliche Ausdrucksfähigkeiten. Facettenreich und flexibel in Farbgebung und Timbre, zeigt sich Obraztsova als eine Meisterin der Lautmalerei. Man hört nicht die bekannte ...
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Opernwelt April 2023
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Sergej Saizew
Niemand kann den König spielen», lautet eine alte Theaterweisheit, das müssen die anderen tun. Sie gilt erst recht für den Hochstapler, auf der Bühne wie im wahren Leben. Also sitzt er in der Prager Staatsoper an einem Wirtshaustischlein, die Hose etwas zu hoch sitzend, aber durchaus elegant (schließlich ist er Schneider), die Füße leicht nach außen gestellt wie...
1917, auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs und in den Straßen der vernarbten Städte sterben seit Jahren völlig sinnlos Millionen von Menschen, schreibt Walter Hasenclever ein bitterbös-gnadenloses Gedicht: «Die Mörder sitzen in der Oper!» Und kaum gewaltiger könnte der Unterschied zwischen den Sphären sein, die der Dichter in scharfschneidende,...
Sie waren, weit vor den genialischen Gespannen Mozart/Da Ponte, Verdi/Boito und Strauss/Hofmannsthal, vermutlich das erste Traumpaar der Musikgeschichte: Jean-Baptiste Lully, hochherrschaftlicher Hofkapellmeister des Sonnenkönigs, und Philippe Quinault, sein Librettist. Beide können mit Fug und Recht als Schöpfer der Tragédie lyrique gelten, jener aufreizend...
