Vokaluniversum
Der Name von Elena Obraztsova wird meistens mit den Opern von Verdi, Mascagni, Cilea, Bizet, Saint-Saëns, Massenet und russischen Komponisten wie Mussorgski und Tschaikowsky in Verbindung gebracht. Sie war eine der größten dramatischen Mezzosopranistinnen des letzten Jahrhunderts und gastierte an den größten Opernhäusern der Welt. Unvergesslich sind ihre Interpretationen von Amneris, Azucena, Santuzza, Carmen, Dalila, viele davon wurden auf Schallplatte gebannt.
Während Obraztsova im Ausland bei Studioaufnahmen von 15 Opern mitwirkte, waren es in der Heimat lediglich drei Opern von Mussorgski und Borodin.
Seit dem Ableben der Sängerin 2015 hat die Elena Obraztsova Foundation gemeinsam mit dem Label Melodiya neun CDs veröffentlicht. Sie tragen dazu bei, die fehlende Balance in der Diskografie auszugleichen. Neben den teilweise bekannten Studioaufnahmen enthalten diese CDs zahlreiche Erstveröffentlichungen und Liveaufnahmen.
Die größte Überraschung ist die Stimme von Elena Obraztsova selbst. Sie verfügt über unglaubliche Ausdrucksfähigkeiten. Facettenreich und flexibel in Farbgebung und Timbre, zeigt sich Obraztsova als eine Meisterin der Lautmalerei. Man hört nicht die bekannte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2023
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Sergej Saizew
Herr MacNeil, auf Youtube gibt es einige Videos mit Ihnen. In einem ist zu sehen, wie Sie Rad schlagen. Wollten Sie ursprünglich Artist werden?
Ich wollte zunächst Lehrer werden. Aber nicht für Radschlagen. Das mache ich einfach gern, manchmal auch auf der Opernbühne. Regisseure mögen es ja, wenn jemand akrobatische Dinge beherrscht. In Humperdincks «Königskindern»...
Francis Poulencs vierzigminütiger Monolog «La voix humaine» ist eine Tour de force für eine Sopranistin. Auf der Szene dieser 1959 an der Pariser Opéra-Comique uraufgeführten dritten und letzten Oper des großen französischen Lyrikers steht nur eine einzige Person, eine namenlose, «Elle» («Sie») genannte junge Frau. Ihr Geliebter hat sie verlassen. In einem...
Ein Königreich für eine Wampe, pardon, für ein Embonpoint? Nicht in Nürnberg. Claudio Otellis Falstaff ist zwar kein James Dean und auch kein Casanova – ein Fettwanst aber ebensowenig. Seine Baritonstimme gleicht der Figur. Leicht füllig ist sie, dabei durchaus gelenkig, weder überbordend noch schwammig, eher stabil, gutsitzend in Mittellage wie Tiefe und...
