Tanz auf dem Vulkan
Eurydike backt eine Sahnetorte. Doch weder die süße Kalorienbombe noch ihr schicker Morgenmantel oder ihre schickgestylte Wohnküche können sie über die Langeweile ihrer bürgerlichen Ehe mit Orpheus hinwegtrösten. Entnervt folgt die junge Frau ihrem neuen Lover Pluto in die Unterwelt – der Weg dahin führt praktischerweise direkt durch den Kühlschrank. Auch auf dem Olymp langweilt man sich, da helfen keine schwebenden Wattewölkchen und auch nicht jene bunten Plastikkugeln, die sich von der Bühnendecke zu einem lustigen Bällebad ergießen.
In der Unterwelt indes ist ewige Party. Dort lassen Discokugeln, Flittervorhänge und glitzernde Paillettenfummel das Disco Fever der 1980er-Jahre wiederaufleben und laden dazu ein, alltägliche Sorgen zu vergessen. In diesem Stil wird den Zuschauern von «Orpheus in der Unterwelt» bestens gelaunter Klamauk serviert. Dabei werden die Pantoffelpatriarchen dieser Welt gutmütig verschaukelt. Sowohl Olymp-Herrscher Jupiter (Maciej Kozłowski mit barocker Zuckerwatten - perücke) als auch Unterwelts-Chef Pluto (Semjon Bulinsky im Glitzer-Gehrock und mit Teufelshörnern) torkeln hormongesteuert über die Bühne und offenbaren vor allem eines: Ihre ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Anna Schors
So etwas liest man gern: «E wie energiegeladen, exzentrisch, Entdeckungen, Erstaufführung und Ereignisse», schreibt die Regisseurin Miriam Götz über den Buchstaben E in der «Opera Factory Freiburg». Okka van der Damerau, sie war 2006 bei Brittens «Noye’s Fludde» dabei, lobt im Programmheft zum 30-jährigen Jubiläum das persönliche Engagement, die Kreativität und den...
Puccinis Commedia lirica ist strenggenommen ein dramaturgisches mixtum compositum: Der «Traviata» scheint die entsagungsvolle Kurtisane entnommen, der «Fledermaus» das in der Toilette seiner Chefin auf dem Ball erscheinende Dienstmädchen. Zu allem Überfluss spielt auch noch die «Lustige Witwe» mit ihren Grisetten ins Geschehen hinein. Uneinheitlich wie die Handlung...
Das ist doch mal ein Statement: «Ich bin schön.» In diesem dreifach einsilbigen Satz der Sancta Susanna liegt gehöriger Sprengstoff. Da bricht die Energie einer jungen Frau auf, die ihren Körper in der Sittenstrenge des Klosters nicht eine Sekunde lang spüren durfte. Wo die Keuschheit von Schwester Klementia, ihrer einzigen Vertrauten, als gemeinsames Gelübde...
