Powerless Love
Bekanntermaßen gingen zigtausende Partituren im Meer des Vergessens verloren. Seit Felix Mendelssohns Wiederaufführung der «Matthäus-Passion» ist die Erforschung und Veröffentlichung versunkener Schätze ein Merkmal der globalen Musikkultur. Wobei unvermeidlich auch viel Treibgut angespült wird.
«Satanella or The Power of Love», die 1858 uraufgeführte, jetzt erstmals hierzulande gezeigte Oper des irischen Komponisten Michael William Balfe, gehört zu diesen verzichtbaren Gütern: flotsam and jetsam der Musikgeschichte, vorwiegend fürs Recycling geeignet – wenn man es kann.
Die Nummernoper folgt einem wenig originellen Plot. Graf Rupert droht sich durch Spielschulden zu ruinieren und schließt einen Pakt mit dem Dämon Arimanes, der seine Tochter Satanella entsendet, die sich prompt in den Grafen verliebt, dessen Herz aber seiner Halbschwester Lelia gehört, die wiederum in Stella eine boshafte Nebenbuhlerin hat. Eine Horde Piraten wird aktiviert, um das Paar zu trennen, doch siegt schließlich das Gute, nicht zuletzt deshalb, weil Satanella, die gern ein Engel wäre, zugunsten Lelias der Liebe entsagt. Das Stück bietet reichlich romantischen Mummenschanz, spielt in den Orient hinüber, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Volker Tarnow
Erinnern wir uns. Es war ein heißer Augusttag des Jahres 2018 in Salzburg, man konnte froh sein, dass im Haus für Mozart die Klimaanlage funktionierte. Ein bisschen mulmig konnte einem trotzdem zumute werden angesichts dessen, was sich auf der Bühne ereignete. Jan Lauwers hatte sich Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» vorgenommen und anscheinend den erklärten...
Dolce vita mit Pizza ’Ndrangheta: In Hagen spielt eine französische Operette im italienischen Mafia-Milieu. Der Titelheld ist ein Gangster, sein Gegenspieler, König Bobèche, ein Emporkömmling aus der Halbwelt, mit einer frappierenden Ähnlichkeit zu Silvio Berlusconi. Der vielleicht schamloseste italienische Politiker der jüngeren Geschichte eignet sich gut als...
JUBILARE
Beat Furrer wuchs in Schaffhausen auf und erlernte zunächst an der Musikschule Klavier. Im Jahr 1975 ging er mit Anfang 20 nach Wien, um dort Komposition bei Roman Haubenstock-Ramati und Dirigieren bei Otmar Suitner zu studieren. 1985 gründete er das Klangforum Wien, das er bis 1992 leitete und dem er seitdem als Dirigent verbunden ist. Im Auftrag der...
