Powerless Love
Bekanntermaßen gingen zigtausende Partituren im Meer des Vergessens verloren. Seit Felix Mendelssohns Wiederaufführung der «Matthäus-Passion» ist die Erforschung und Veröffentlichung versunkener Schätze ein Merkmal der globalen Musikkultur. Wobei unvermeidlich auch viel Treibgut angespült wird.
«Satanella or The Power of Love», die 1858 uraufgeführte, jetzt erstmals hierzulande gezeigte Oper des irischen Komponisten Michael William Balfe, gehört zu diesen verzichtbaren Gütern: flotsam and jetsam der Musikgeschichte, vorwiegend fürs Recycling geeignet – wenn man es kann.
Die Nummernoper folgt einem wenig originellen Plot. Graf Rupert droht sich durch Spielschulden zu ruinieren und schließt einen Pakt mit dem Dämon Arimanes, der seine Tochter Satanella entsendet, die sich prompt in den Grafen verliebt, dessen Herz aber seiner Halbschwester Lelia gehört, die wiederum in Stella eine boshafte Nebenbuhlerin hat. Eine Horde Piraten wird aktiviert, um das Paar zu trennen, doch siegt schließlich das Gute, nicht zuletzt deshalb, weil Satanella, die gern ein Engel wäre, zugunsten Lelias der Liebe entsagt. Das Stück bietet reichlich romantischen Mummenschanz, spielt in den Orient hinüber, ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Volker Tarnow
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Antoine ist düster. Ahnt der junge Mann etwas? Gemeinsam mit anderen Bauern und mit den Tieren ist er vom heimat -lichen Dorf zur Sömmerung auf die Alpe Derborence gestiegen. Bald legt er sich auf seinem Strohsack in der einfachen Hütte schlafen – da geschieht es: Es donnert ein Felssturz auf die Alpe herab und begräbt alles Lebendige unter Steinmassen. Ein...
Puccinis Commedia lirica ist strenggenommen ein dramaturgisches mixtum compositum: Der «Traviata» scheint die entsagungsvolle Kurtisane entnommen, der «Fledermaus» das in der Toilette seiner Chefin auf dem Ball erscheinende Dienstmädchen. Zu allem Überfluss spielt auch noch die «Lustige Witwe» mit ihren Grisetten ins Geschehen hinein. Uneinheitlich wie die Handlung...
