Tamino in der Karaoke-Bar

Die Stuttgarter Staatsoper mit Mozarts «Zauberflöte» in Tokio

Opernwelt - Logo

«Thank you for the music!» – der legendäre Song der schwedischen Popgruppe ABBA könnte als Motto über dem ersten Gastspiel der Stuttgarter Staatsoper in Japan stehen, gleichsam als Resümee einer Ära, die mit dieser Spielzeit zu Ende geht.

Und wer die Inbrunst erlebte, mit der der junge Schwede Johan Weigel diesen Song zusammen mit einem knappen Dutzend Kollegen schmetterte, neben Stücken von Freddie Mercury und Elvis, Sting und Madonna – in einer von Tokios zahlreichen Karaoke-Bars, die eher einem eleganten futuristischen Hotel mit vielen verschieden großen Zimmern gleichen, der begriff: Mit der letzten von drei Vorstellungen der «Zauberflöte» in Peter Konwitschnys fantasievoller, ebenso ernsthafter wie komischer Inszenierung begann ein ganz allmäh­licher, aber mit Ende der Spielzeit endgültiger Abschied. Denn der musika­lische Spiritus Rector dieser Produktion, Lothar Zagrosek, dirgiert sie nur noch ein paar Mal (alternierend mit Robin Engelen) in Stuttgart, und viele der Sänger dieser Produktion, die zum Teil schon nicht mehr dem Ensemble angehören, stehen ab nächster Spielzeit nicht mehr zur Verfügung.
Für Rudolf Rosen war es das letzte Mal, dass er als Papageno in rosa Leggings ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2006
Rubrik: Magazin, Seite 31
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
Weitere Beiträge
Isolde kann warten

Frau Pieczonka, Sie stammen aus Kanada. Ihr Name deutet eher auf Osteuropa.
Stimmt. Mein Vater ist gebürtiger Pole. Er ist 1938, also kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, mit seiner Familie nach Kanada ausgewandert. Meine Mutter ist Kanadierin. Solche Verbindungen sind dort, ähnlich wie in den USA, ganz normal. Die kanadische Gesellschaft ist eine Gesellschaft...

Neue Stücke, neue Maestri

Kaum war im Herbst 2004 bekannt gegeben worden, dass Sony Classical Chef Peter Gelb die New Yorker Metropolitan Opera übernimmt, arbeitete die Gerüchteküche auf Hochtouren: Der neue General Manager werde das Heiligtum entweihen (riefen selbsternannte Tempelhüter), das Hohe Haus gar mit Musicals kommerzialisieren, um schnelle Dollars zu machen. Den Ausverkauf der...

Eher routiniert als inspiriert

Katharina die Große, die diese Buffa in Auftrag gegeben hatte, war entzückt davon und ließ sie sich immer wieder vorspielen. Von Petersburg aus, wo sie 1779 ihre Uraufführung erlebten, kamen die «Astrologi immaginari» durch halb Europa. Joseph II., auch er ein Bewunderer, brachte sie nach Wien, wo sie 1781 unter dem Titel «Die eingebildeten Philosophen»...