Talentförderung mit Familienanschluss
Drei verschiedene Opern an drei aufeinanderfolgenden Tagen: Was in Berlin oder Wien noch immer selbstverständlich scheint, ist in Italien eine Attraktion. Längst hat restriktive Kulturpolitik die einst blühende Opernlandschaft zwischen Triest und Catania zerschlagen. Ausgenommen sind ein paar Leuchttürme wie La Scala oder das Orchester der Accademia di Santa Cecilia – klar. Was einmal zur gesellschaftlichen Identität gehörte, verlagert sich – geschrumpft und neu formatiert – in die Festival-Szene.
Festivals können mit ihren Programmen flexibel reagieren, brauchen Orchester und Chöre nicht als teure Dauerkollektive zu unterhalten. Ihrem Event-Charakter fließen öffentliche Gelder zu, die einem ganzjährigen Betrieb verweigert werden. Geschickt genutzt können Festivals sich ausdehnen und einer Stagione annähern.
Beispiel Ravenna. Das dortige Festival besteht aus zwei Phasen. Im Sommer läuft zwei Monate ein breit gefächertes Programm, das Orchester- und Kammermusik umfasst, aber auch Tanz, Jazz, Performance und sogar elektronische Experimente. Ein Kessel Buntes, der 2018 durch die üblichen Verdächtigen angerührt wurde: von Valery Gergiev bis Ute Lemper und Wayne Marshall. Natürlich ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Stephan Mösch
Der 1. Oktober 2013 war ein schwarzer Tag im Opernbetrieb der USA. An jenem Dienstag erklärten die Verantwortlichen der New York City Opera die Zahlungsunfähigkeit des Hauses und kündigten die Schließung an. Sieben Jahrzehnte waren damit Geschichte, zugleich war die Abwicklung krasses Sympton einer allgemeinen Krise. Wie die US-amerikanischen Symphonieorchester...
Die 1823 in Venedig uraufgeführte «Semiramide» ist die letzte, größte und – mit fast vier Stunden Spieldauer – längste Oper, die Rossini für Italien schrieb. Das verworrene Sujet um die babylonische Königin Semiramis, die mit Hilfe ihres Geliebten Assur ihren Gatten Nino getötet hat und an seiner Stelle regiert, bevor schließlich ihr Sohn Arsace den Vater rächt,...
Einfach ein «fröhliches Schauspiel» sollteProkofjews «Die Liebe zu den drei Orangen» nach Absicht ihres Schöpfers sein. Die scharfe Lauge der Musik spricht allerdings eine andere Sprache. Allrounder Axel Ranisch hat in seiner Stuttgarter Inszenierung der absurden Meta-Oper aus Märchen und Groteske, Masken- und Zaubertheater, Commedia dell’arte und Offenbach’scher...
