Szenische Versuche zu Verdis Frühwerk
Verdis Opern aus den von ihm selbst so genannten «Galeerenjahren», geprägt von einem patriotischen, oft kriegerischen Duktus, stellen für das heutige Musiktheater eine große Herausforderung dar, zumal in szenischer Hinsicht. Auch in Italien suchen immer mehr Regisseure Antworten jenseits illustrativer Arrangements. Drei neuere, auf DVD dokumentierte Arbeiten legen nun eine vergleichende Betrachtung nahe.
Der erste Versuch des Komponisten, ein Drama von Schiller zu vertonen, «Giovanna d’Arco», wird heute vorzugsweise konzertant gegeben.
Zu undramatisch, zu wenig schlüssig erscheint das Libretto von Temistocle Solera, der das umfangreiche Personal des Schauspiels auf fünf Rollen reduziert und dafür den Chören breiten Raum einräumt. Der englische Filmregisseur Peter Greenaway hat in Parma in Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Videokünstlerin Saskia Boddeke, eine Inszenierung geschaffen, die in ihrer Bildkraft fasziniert und alle Bedenken hinwegfegt. Der Spielort hat auf den starken Gesamteindruck einen nicht unwesentlichen Einfluss: Die Aufführung fand nicht im Teatro Regio statt, dem eigentlichen Opernhaus Parmas, sondern im barocken Teatro Farnese (1617/18), das – im Krieg ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Ekkehard Pluta
Schuberts «Fierrabras» ist und bleibt ein Schmerzenskind, der neuerliche, sehr ehrenwerte Rettungsversuch durch das Konzert Theater Bern bestätigt es. Mario Venzago, Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters und als solcher immer wieder mit anregenden Produktionen an der Ausstrahlung des Hauses beteiligt, weiß um die Problematik, liebt aber Franz Schuberts Oper...
Der 1813 entstandene «Faust» von Louis Spohr gehört zu den mehr gerühmten als wirklich bekannten, gar aufgeführten Hauptwerken der deutschen romantischen Oper; ja, er markiert, zusammen mit der «Undine» des Dichterkomponisten E.T.A. Hoffmann, recht eigentlich deren Beginn. An Goethe und die spätere musikalische «Faust»-Metaphysik des 19. Jahrhunderts darf man...
Herr Pishkar, wie kommt man als Jugendlicher in Teheran zum Berufswunsch Dirigent?
Man hat nur dieses eine Leben. Es anders zu verwenden als zum Dirigieren, würde mir sinnlos erscheinen. Die Ausbildung in Persien war vielfältig. Wir haben zum Beispiel verschiedene Harmonielehren studiert. Aber als ich sagte, ich möchte Dirigent werden, gab es viele skeptische...
