Apropos... Dirigieren
Herr Pishkar, wie kommt man als Jugendlicher in Teheran zum Berufswunsch Dirigent?
Man hat nur dieses eine Leben. Es anders zu verwenden als zum Dirigieren, würde mir sinnlos erscheinen. Die Ausbildung in Persien war vielfältig. Wir haben zum Beispiel verschiedene Harmonielehren studiert. Aber als ich sagte, ich möchte Dirigent werden, gab es viele skeptische Blicke. Da habe ich gelernt: Wenn du etwas willst, musst du es dir selbst schaffen. Schon als Schüler habe ich komponiert: vor allem Theatermusik.
Die große Symphonik habe ich durch das Studium der Partituren und von Aufnahmen gelernt. Mahler, Bruckner, Sibelius … Das sind alles Liebesgeschichten, die sich schon lange hinziehen. Nur die Oper hat zunächst gefehlt in meinem Leben.
Mahler dirigieren Sie inzwischen oft. Bruckner noch nicht.
Für Bruckner braucht man Erfahrung, auch was die Kommunikation auf der Probe betrifft. Mahler freut sich, er ist sarkastisch, er weint. Das versteht jeder. Bruckners Musik scheint zunächst sehr viel abstrakter. Es gibt kaum Sprachbilder, mit denen sich Bruckners Musik verdeutlichen lässt. Man muss wissen, wie sich die Essenz unmittelbar in klangliche Anweisungen übersetzen lässt.
Sie waren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2019
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Stephan Mösch
Es war ein mutiger, gewiss auch überambitionierter, weil szenisch nicht bewältigter Abend, an dem sich Demis Volpi in Saarbrücken mit dem finstersten aller griechischen Mythen auseinandersetzte – mit Medea, die zugleich Liebende und Rächende, Opfer und Täterin ist. Multiperspektivisch, aber unverbunden nebeneinandergestellt, konfrontiert er den...
Kurz nach der Uraufführung seines gemeinsam mit dem Komponisten Philip Glass entwickelten Kultstücks «Einstein on the Beach» im Juli 1976 stellte Robert Wilson rundheraus fest: «Verdi mache ich nie.» Nun ja. Ist doch der «Trovatore», den der texanische Theatermann jetzt in Bologna vorstellte – eine Koproduktion mit dem Verdi Festival in Parma –, inzwischen seine...
Der Himmel über Paris, so zumindest will es unsere Fantasie, war strahlend blau an jenem Junitag des Jahres 1669, der als eine Art Gründungsmythos in die Annalen der (französischen) Musikgeschichte Eingang gefunden hat. Denn an diesem Tag zeigte sich der launische Sonnenkönig Ludwig XIV. von seiner charmantesten Seite: Er gewährte dem schriftstellernden Abbé...
