Apropos... Dirigieren

Im Herbst 2017 gewann HOSSEIN PISHKAR den Deutschen Dirigentenwettbewerb. Geboren im Iran (er selbst spricht gern von Persien), wurde er an der Düsseldorfer Musik­hochschule von Rüdiger Bohn ausgebildet. Weltstars wie Bernard Haitink oder Riccardo Muti nahmen ihn in ihre Meisterklassen auf. Engagements wägt er sorgfältig ab. Im kommenden April dirigiert er Sciarrino und Beethovens Vierte beim Stuttgarter Staatsorchester, vorher ein «romantisches» Programm mit Mendelssohn, Schubert und Schumann mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

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Herr Pishkar, wie kommt man als Jugendlicher in Teheran zum Berufswunsch Dirigent?
Man hat nur dieses eine Leben. Es anders zu verwenden als zum Dirigieren, würde mir sinnlos erscheinen. Die Ausbildung in Persien war vielfältig. Wir haben zum Beispiel verschiedene Harmonielehren studiert. Aber als ich sagte, ich möchte Dirigent werden, gab es viele skeptische Blicke. Da habe ich gelernt: Wenn du etwas willst, musst du es dir selbst schaffen. Schon als Schüler habe ich komponiert: vor allem Theatermusik.

Die große Symphonik habe ich durch das Studium der Partituren und von Aufnahmen gelernt. Mahler, Bruckner, Sibelius … Das sind alles Liebesgeschichten, die sich schon lange hinziehen. Nur die Oper hat zunächst gefehlt in meinem Leben.

Mahler dirigieren Sie inzwischen oft. Bruckner noch nicht.
Für Bruckner braucht man Erfahrung, auch was die Kommunikation auf der Probe betrifft. Mahler freut sich, er ist sarkastisch, er weint. Das versteht jeder. Bruckners Musik scheint zunächst sehr viel abstrakter. Es gibt kaum Sprachbilder, mit denen sich Bruckners Musik verdeutlichen lässt. Man muss wissen, wie sich die Essenz unmittelbar in klangliche Anweisungen übersetzen lässt.

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Opernwelt März 2019
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Stephan Mösch

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