Swissness pur

Regula Mühlemann singt von der «Heimat»

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In ihrem dritten Solo-Album macht Regula Mühlemann auf «Heidi». Das fesche Coverfoto muss ironisch gemeint sein. Doch liest man Interviews mit der Sängerin, ist das alles andere als sicher. Da outet sich die aus dem Luzernischen stammende Sopranistin als «zu hundert Prozent authentisch» und verkündet, für sie sei  Franz Schubert und das damit verbundene Bild der Romantik quasi eine Art «musikalische Heidi» und gelte daher für dieses Programm als gesetzt.

Spätestens bei der Lektüre des Book­let-Textes mit seinen marktschreierischen Superlativen merkt der Leser die (kommerzielle) Absicht – und  wird nachdenklich.

Schuberts «Der Hirt aus dem Felsen» – so nochmals Mühlemann – «lässt sich wunderbar auf die Schweizer Heidi-Idylle übertragen.» Nun gut: «Heimat» sells. Aber Schuberts schmerzensreiche Meisterwerke als idyllisch-naive Verklärung heimeliger Flur? Selbst wer noch nie von «romantischer Ironie» gehört hat, dem müsste doch auffallen, dass «Romantik» immer vom Verlust (der Heimat, jeglicher Sicherheit), von «tiefer Gram» handelt.

Fangen wir also anders an: Die 33-jährige Regula Mühlemann hat den Durchbruch geschafft. Im Februar 2020 Adina in Donizettis «Liebestrank» an der ...

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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Anselm Gerhard

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