Einfallslos

Bellini: I puritani
DÜSSELDORF | DEUTSCHE OPER AM RHEIN

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In der Oper ist er Normalfall: der psychische Aggregatzustand des Außer-sich-Seins. Und eine gewisse Erregung sogar eigentlich die Grundvoraussetzung für Expression durch hochtourigen Gesang. Besonders im 19. Jahrhundert trieb diese Einsicht giftige Blüten; auffällig oft verfallen in den Opern dieser Zeit Frauen dem Wahnsinn. Gaetano Donizettis «Lucia di Lammermoor» ist das berühmteste Beispiel. Auch Vincenzo Bellini wählte als Protagonistinnen gern Damen, die entweder den Falschen heiraten sollen oder den Richtigen nicht kriegen und darüber verhaltensauffällig werden.

So auch Elvira aus «I puritani», der auf dem Weg zum Traualtar der Bräutigam abhandenkommt, worüber sie, auf drei Akte verteilt, wahnsinnig wird. Das Ganze spielt im 17. Jahrhundert in England, als der Puritaner Oliver Cromwell gegen den katholischen König antrat und eine Liebe zwischen einer Protestantin (Elvira) und einem Katholiken (Lord Arturo Talbot) unmöglich war.

«I puritani» erzählt ziemlich umständlich von den Irrtümern und Täuschungen dieser Geschichte, ist dramaturgisch alles andere als ein Meisterwerk, also eigentlich prädestiniert für eine konzertante Aufführung. Doch nun machte sich Rolando Villazón ...

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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Regine Müller

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