Kongenial verschlankt
Es dauert nicht mehr lange, dann wird die aufwendig gestaltete CD-Buch-Reihe der Stiftung Palazzetto Bru Zane zur unbekannten Geschichte der französischen Oper im 19. Jahrhundert auf 25 Titel angewachsen sein. Dabei ist es gerade mal zehn Jahre her, dass die Archivarbeit, die Erstellung historisch-kritischer Editionen und deren Erprobung in der Konzertpraxis dank der großzügigen Unterstützung einer millionenschweren Mäzenin (Nicole Bru) aufgenommen werden konnten.
Mit der Originalfassung des bereits auf Kommendes verweisenden «Amadis de Gaule» von Johann Christian Bach (1779) ging es los, in rascher Folge erschienen detailliert kommentierte Raritäten von Massenet («Thérèse», «Le Mage»), Saint-Saëns («Les Barbares», «Proserpine»), Méhul («Uthal»), Halévy («La Reine de Chypre»), Spontini («Olimpie») und Werke wenig bekannter Komponisten wie Benjamin Godard («Dante») oder Victorin de Joncières («Dimitri»). Ein beachtlicher Katalog, der zudem bis dato zehn Künstlerporträts in Schrift und Klang umfasst.
Auch Charles Gounod ist mit zwei vergessenen Stücken («Cinq Mars», 1877; «Le Tribut de Zamora», 1881) vertreten. Dass die Stiftung nun auch seine längst fest im Kanon verankerte ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Albrecht Thiemann
Keine Zeitmaschine diesmal. Regisseur Davide Livermore hat «Tosca» weder ein Update verpasst noch ihre Handlung aus der Altstadt Roms verlegt. Die Kirche Sant’Andrea della Valle, der Palazzo Farnese, das Castel Sant’Angelo – alle in Puccinis Partitur geforderten Postkarten-Schauplätze sind da. In Bildern, die die Hightech-Bühnenmaschinerie an der Scala auf Trab...
Hanns Eisler, bekannt für seine scharfe Zunge (deretwegen ihn sein geistiger Ziehvater Arnold Schönberg gerne «übers Knie gelegt» hätte), machte in seiner Kritik am reaktionären gesellschaftlichen Verhalten in der Musik auch vor den großen Meistern nicht halt.
Im Gespräch mit Hans Bunge bemerkte er, «dass selbst bei (…) Mozart noch das Klirren der Teetassen und...
Unsere Wege haben sich leider viel zu spät gekreuzt. Ich war immer voller Bewunderung für seine Arbeit, und auch er fragte mich bei dem ersten Zusammentreffen, warum es so lange gedauert habe. Das war 2016 in München, bei den Proben zu Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» an der Bayerischen Staatsoper. Da sprang eine spontane Sympathie über, die vielleicht...
