Süße Pfeile
Also sprach Zarathustra: «Orlando, geh’ dahin und werde ein Held auf dem Feld der Ehre! Sei wieder der Krieger, der du einmal warst, vergiss die Liebe, sie hält nur von den wesentlichen Dingen ab und dauert ohnedies nicht an.» Gut gesagt. Allein, was hilft es, wenn einer verrückt ist, verrückt nach den Frauen oder besser: nach einer bestimmten Frau.
Selbst der weise Zoroastro, wie Nietzsches Übermensch-Vorläufer in Händels 1733 am Londoner Haymarket herausgekommenen «Orlando» heißt, kann nicht verhindern, dass sich der Liebeskranke auf den Weg macht, um seine Angebetete zurückzuerobern, die ihm ein anderer längst entwendet hat. Knapp drei Stunden dauert dieser verzweifelte Versuch, und er ist gefüllt mit einer zauberhaften, lyrisch-inniglichen Musik. Wohl nur noch in seiner «Rodelinda» findet Händel einen vergleichbar elegischen Lamento-Ton, nur dort leiden die Liebenden ähnlich «langsam» wie in dieser auf dem Versopus «Orlando furioso» von Ludovico Ariost basierenden Opera in tre atti – also fast wie in Zeitlupe. Ein Larghetto (respektive Andante oder Largo) reiht sich ans nächste, eine Klage folgt auf die andere; es ist ein bisschen so, als würde die Zeit stehen bleiben und ...
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Opernwelt April 2023
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Jürgen Otten
Alpha
09.04. – 21.45 Uhr Händel: Messiah
Der Chor des Bayerischen Rundfunks singt Georg Friedrich Händels Oratorium «Messiah» im englischen Original. Eine Aufnahme aus dem Jahr 2014 mit Dirigent Peter Dijkstra und dem belgischen Barockorchester B'Rock.
arte
02.04. Thementag Pablo Picasso
Zum 50. Todestag widmet Arte dem Künstler einen Thementag mit über 16 Stunden...
Sie waren, weit vor den genialischen Gespannen Mozart/Da Ponte, Verdi/Boito und Strauss/Hofmannsthal, vermutlich das erste Traumpaar der Musikgeschichte: Jean-Baptiste Lully, hochherrschaftlicher Hofkapellmeister des Sonnenkönigs, und Philippe Quinault, sein Librettist. Beide können mit Fug und Recht als Schöpfer der Tragédie lyrique gelten, jener aufreizend...
Claudio Monteverdi, bekannte John Eliot Gardiner vor einigen Jahren im Gespräch mit dieser Zeitschrift, bleibe für ihn «der Maßstab schlechthin» (OW 12/2016). Wie maßstabsetzend Aufführungen von dessen Werken unter seiner Leitung bleiben, ließ zuletzt der Zyklus mit den drei erhaltenen Opern hören, für den Gardiner 2018 zum «Dirigenten des Jahres» gewählt wurde.
A...
