Sehr cool
Herr MacNeil, auf Youtube gibt es einige Videos mit Ihnen. In einem ist zu sehen, wie Sie Rad schlagen. Wollten Sie ursprünglich Artist werden?
Ich wollte zunächst Lehrer werden. Aber nicht für Radschlagen. Das mache ich einfach gern, manchmal auch auf der Opernbühne. Regisseure mögen es ja, wenn jemand akrobatische Dinge beherrscht. In Humperdincks «Königskindern» bin ich auf einen mehr als ein Meter hohen Kühlschrank gesprungen und habe dazu ein hohes G gesungen. Sehr lustig. Aber im Ernst: Anfangs dachte ich, ich werde am besten Musiklehrer.
Also habe ich mit diesem Ziel in Halifax studiert – und erst in dieser Zeit klassische Musik lieben gelernt.
Wenn man all Ihre Vorlieben zusammenzählt: Als typischer Opernsänger gehen Sie eher nicht durch.
Ich weiß nicht. Was heißt «typisch»?
Sagen wir: unkonventionell. Ist das eine Frage des Alters? Ihrer kanadischen Herkunft? Oder sind Baritone womöglich anders gestrickt?
Das kann alles sein. Ich versuche jedenfalls immer, eine Balance zu finden zwischen Dingen, die mir täglich Freude bringen, und denen, die mich künstlerisch erfüllen. Und das auch mit Blick auf die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre. Also setze ich mich manchmal mit der ...
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Opernwelt April 2023
Rubrik: Interview, Seite 54
von Markus Thiel
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Kurzerhand lässt sie die Braut entführen und versucht ihr...
