Stream of Consiousness

Daniel Johannsen und Andreas Fröschl bitten zu einem «Britten Songfest»

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Ein bisschen Metaphysik geht immer. Zumal, wenn gerade die Welt eingestürzt ist und unzählige Millionen von Toten auf den Schlachtfeldern, in den Konzentra -tionslagern und in den Städten zu beklagen sind. Benjamin Britten, der erklärte Pazifist, hatte ein gutes Gespür für das, was nach dem Zweiten Weltkrieg möglich war, was die Menschen hören konnten.

Also entschied er sich, einige der Sonette des Shakespeare-Zeit -genossen John Donne zu vertonen; unter der Opuszahl 35 wurden sie veröffentlicht und im November 1945 in einem Liederabend in der Londoner Wigmore Hall, mit Peter Pears und mit dem Komponisten am Flügel, der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Am Anfang steht, ausgelöst durch einen typischen Britten’schen Zweiton-Impuls, ein Aufschrei – vermutlich einer des Entsetzens angesichts der trüben Wirklichkeit: «Oh my blacke Soul!», und genauso schmettert es auch Daniel Johannsen mit voller Wucht in jene Mikrophone, die bei der Aufnahme im Konzertsaal Atelier 73 am Rande des öster -reichischen Ortes Unterretzbach aufgebaut worden waren. Auch in der Folge beeindruckt die Direktheit und mehr noch die Intensität, mit der Johannsen, von Andreas Fröschl idiomatisch zwingend ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Medien, Seite 60
von Tom Persich

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